Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Allgemeines

1.1 Einheitliche Definition in Steuer- und Sozialversicherungsrecht

 

Tz. 37

Stand: EL 113 – ET: 09/2019

Eine geringfügige Beschäftigung liegt nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV vor, wenn das Arbeitsentgelt (s. § 14 SGB IV) aus dieser Beschäftigung monatlich 450 EUR nicht übersteigt. Auf den zeitlichen Umfang der Tätigkeit wird somit nicht mehr abgestellt.

Hinweis:

  • Die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Arbeitseinsätze sind dabei unerheblich (s. Abschn. B 2.2 Geringfügigkeits-Richtlinien).
  • Personen, die sich in Berufsausbildung befinden, gelten nicht als geringfügig Beschäftigte.
 

Tz. 38

Stand: EL 113 – ET: 09/2019

Die Definition der geringfügig entlohnten Beschäftigung im Steuerrecht knüpft in § 40a Abs. 2 EStG (Anhang 10) grundsätzlich an die Definition in § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV an, so dass die Voraussetzungen für das Vorliegen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung steuerlich und sozialversicherungsrechtlich – im Unterschied zur kurzfristigen Beschäftigung (s. Tz. 7 ff.) – identisch sind.

 

Tz. 39

Stand: EL 113 – ET: 09/2019

Überschreitet das Arbeitsentgelt für eine geringfügige Beschäftigung ab einem bestimmten Zeitpunkt regelmäßig 450 EUR im Monat, so tritt vom Tage des Überschreitens an Versicherungspflicht ein. (Das Dauerverhältnis ist aber dann nicht mehr geringfügig.) Für die zurückliegende Zeit verbleibt es bei der Versicherungsfreiheit.

Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze führt nicht zur Versicherungspflicht, wenn in dem vom Arbeitgeber gewählten Jahreszeitraum für die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts die Grenze von 5 400 EUR nicht überschritten wird (s. Abschn. C 3.1 Geringfügigkeits-Richtlinien).

 

Beispiel:

Eine Arbeitnehmerin verdient 400 EUR im Monat. Im Monat Dezember erhält sie ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld i. H. v. 240 EUR. Für die Bestimmung des regelmäßigen Arbeitsentgelts wird von 12 Beschäftigungsmonaten ausgegangen.

Ergebnis:

 
Laufende monatliche Leistungen
12 Monate ä 400 EUR 4 800 EUR
Einmalige Leistung
Weihnachtsgeld im Monat Dezember 240 EUR
Entgelt für das laufende Jahr 5 040 EUR
: 12 Monate 420 EUR

Das ermittelte monatliche Arbeitsentgelt beträgt 420 EUR. Die Entgeltgrenze i. H. v. 450 EUR im Durchschnitt pro Monat wird nicht überschritten. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor und die Minijob-Regelungen finden für den Lohnsteuerabzug Anwendung.

1.2 Übersicht über die Pauschalabgaben bei geringfügig entlohnter Beschäftigung (Minijob)

 

Tz. 40

Stand: EL 113 – ET: 09/2019

Die Pauschalabgaben und die Insolvenzgeldumlage betragen in den Fällen eines 450 EUR-Minijobs für gewerbliche Beschäftigung seit 2018:

 
Lohnsteuerabzugsbeträge – einheitliche Pauschsteuer (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnkirchensteuer)
(s. § 40a Abs. 2 EStG, Anhang 10)
2,00 %
Rentenversicherung (s. § 172 Abs. 3 Satz 1 SGB VI) 15,00 %
Krankenversicherung (s. § 249b Satz 1 SGB V) 13,00 %
Umlage 1 für Krankheit (U1) 0,90 %
Umlage 2 für Schwangerschaft/Mutterschaft (U2) 0,24 %
Insolvenzgeldumlage  0,06 %
Insgesamt 31,20 %

Ggf. sind individuelle Beiträge an den zuständigen Unfallversicherungsträger zu entrichten.

 

Tz. 41

Stand: EL 113 – ET: 09/2019

Die Pauschalabgaben betragen bei Minijobs in Privathaushalten 2019:

 
Lohnsteuerabzugsbeträge – einheitliche Pauschsteuer (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnkirchensteuer)
(s. § 40a Abs. 2 EStG, Anhang 10)
2,00 %
Rentenversicherung (s. § 172 Abs. 3a SGB VI) 5,00 %
Krankenversicherung (s. § 249 Satz 2 SGB V) 5,00 %
Unfallversicherung 1,60 %
Umlage 1 für Krankheit (U1) 0,90 %
Umlage 2 für Schwangerschaft/Mutterschart (U2) 0,19 %
Insolvenzgeldumlage  0,00 %
Insgesamt 14,69 %

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