Reuber, Die Besteuerung der... / 1. Ertragsteuerliche Behandlung
 

Tz. 4

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Nach § 67a Abs. 1 Satz 1 AO (Anhang 1b) sind alle Einnahmen aus sportlichen Veranstaltungen im Tätigkeitsbereich Zweckbetrieb "Sport" zu erfassen, wenn die Bruttoeinnahmen innerhalb eines Jahres die Zweckbetriebsfreigrenze von 45 000 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2012: 35 000 EUR) nicht übersteigen. Der Gesetzgeber lässt auch zu, dass an sportlichen Veranstaltungen, die die Voraussetzungen des § 67a Abs. 1 AO (Anhang 1b) erfüllen, bezahlte Sportler teilnehmen (s. § 58 Nr. 9 AO, Anhang 1b).

Dabei ist die Herkunft der Mittel, mit denen die Sportler bezahlt werden, bedeutungslos.

 

Tz. 5

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Werden vom Verein Ablösezahlungen für die Freigabe (Abgabe) eines Sportlers vereinnahmt, sind die Einnahmen dem Zweckbetrieb "Sport" zuzuordnen. Voraussetzung für dieses Zuordnungskriterium ist aber, dass durch die Vereinnahmung der Ablösezahlungen die Zweckbetriebsfreigrenze von 45 000 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2012: 35 000 EUR) nicht überschritten wird. Kommt es durch die Vereinnahmung derartiger Zahlungen zum Überschreiten dieser Grenze und wurde nicht von dem Optionsrecht des § 67a Abs. 2 AO (Anhang 1b) Gebrauch gemacht, sind alle Einnahmen einschließlich der vereinnahmten Ablösezahlungen in einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb "Sport" zu erfassen (ebenso s. AEAO zu § 67a Abs. 1 AO TZ 17, Anhang 2). U.U. wird partielle Steuerpflicht ausgelöst, wenn die Besteueuerungsfreigrenze im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb i. H. v. 35 000 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2006: 30 678 EUR) überschritten wird.

Eine Erhöhung auf 45 000 EUR durch das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes (Ehrenamtsstärkungsgesetz) vom 21.03.2013 (BGBl 2013 Teil I S. 556ff.) erfolgte nicht.

 

Tz. 6

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Zahlt ein Verein Ablösezahlungen für die Übernahme eines Sportlers an den abgebenden Verein und ist bei ihm (zahlender Verein) der gesetzliche Tatbestand des § 67a Abs. 1 Satz 1 AO (Anhang 1b) verwirklicht, sind Zahlungen von Ablöseentschädigungen aus dem Tätigkeitsbereich Zweckbetrieb uneingeschränkt zulässig. Die Herkunft der Mittel, mit denen die Sportler bezahlt werden, ist aber ohne Bedeutung (s. AEAO zu § 67a Abs. 1 TZ 18 und 19, Anhang 2).

Vereine, die Ablösesummen entrichten müssen, sind bei Erfüllung des gesetzlichen Tatbestandes des § 67a Abs. 1 AO (Anhang 1b) folglich nicht an

die pauschale Kostenerstattung bis zur Höhe von 2 557 EUR,
den Einzelnachweis bei höheren Kostenerstattungen

zur Abgeltung der Ausbildungskosten gebunden, weil die Verwaltung in uneingeschränkter Höhe Zahlungen zulässt.

 

Tz. 7

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Wird die Zweckbetriebsfreigrenze von 45 000 EUR (bis zum Veranlagungszeitraum 2012: 35 000 EUR) – s. § 67a Abs. 1 Satz 1 AO, Anhang 1b – überschritten und wurde von dem Optionsrecht keinen Gebrauch gemacht, kann m. E. die Ablöseentschädigung in uneingeschränkter Höhe als Abzug bei den Betriebsausgaben zugelassen werden; aus der Sicht des Gemeinnützigkeitsrechts ist die Zahlung in uneingeschränkter Höhe aber nicht zulässig, weil der zitierte AEAO auf die gesetzliche Vorschrift des § 67a Abs. 1 Satz 1 AO (Anhang 1b) abstellt. M.E. kann in derartigen Fällen die Steuerbegünstigung wegen Gemeinnützigkeit nur dann erhalten bleiben, wenn eine

pauschale Kostenerstattung der Ausbildungskosten bis zur Höhe von 2 557 EUR erfolgt,
Kostenerstattung bei höheren Aufwendungen der getätigten Ausbildungskosten durch Einzelnachweis belegt wird.
 

Tz. 8

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Ablöseentschädigungen in der Form von pauschalen Kostenerstattungen bzw. bei höheren Kostenerstattungen durch Einzelnachweis, die aus einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb geleistet werden, dürfen den Überschuss (Gewinn) des steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes "sportliche Veranstaltungen"nicht mindern (s. AEAO zu § 67a Abs. 3 AO TZ 40, Anhang 2). Diese Zahlungen können aber mit Gewinnen aus anderen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben ausgeglichen werden. Diese Problematik dürfte aber für das Ertragssteuerrecht ohne Bedeutung sein, weil es sich immer um Betriebsausgaben handelt. Für das Gemeinnützigkeitsrecht ist diese Problematik aber zu beachten (s. AEAO zu § 67a Abs. 3 AO TZ 40, Anhang 2).

 

Tz. 9

Stand: EL 104 – ET: 09/2017

Werden Ablöseentschädigungen im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb an unbezahlte Sportler in uneingeschränkter Höhe geleistet, führt diese Tatsache zur Aberkennung aller Steuerbegünstigungen wegen Gemeinnützigkeit. Steuerliche Folgen können nicht ausgeschlossen werden.

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