Vermietung eines Flugzeugs mit Verlusten
Im Fall sei entscheidend, dass eine private Nutzung nicht stattfand, das Flugzeug unter Einschaltung eines Vercharterers am Markt angeboten wurde, auf den geschäftlichen Misserfolg nach einer Anlaufphase von 5 Jahren mit einem Wechsel des Vercharterers und sodann mit dem Verkauf des Jets reagiert wurde und der Vermieter bei seiner Investition über einen Zeitraum von 30 Jahren von einem Totalüberschuss ausgehen durfte.
Anerkennung von Werbungskosten
Die Kläger wenden sich gegen die Einkommensteuerbescheide 2012 bis 2014. Streitig ist, ob die Verluste aus der Vermietung eines vom Erblasser im Jahr 2006 erworbenen und bis 2014 vercharterten Flugzeugs steuerlich anzuerkennen sind.
Die Kläger machen geltend, der Erblasser habe das Flugzeug mit Einkunftserzielungsabsicht vermietet. Die wirtschaftlich schlechte Entwicklung sei insbesondere auf die Finanzkrise zurückzuführen. Der Wechsel des Vercharterers und der spätere Verkauf des Flugzeugs belegten die Gewinnerzielungsabsicht.
Das Finanzamt verneinte eine Überschusserzielungsabsicht. Die nachträglich erstellte Totalüberschussprognose sei ungeeignet und die Vermietung aufgrund der Vertragsgestaltung und der zu erwartenden Kosten von Anfang an nicht geeignet gewesen, einen Totalüberschuss zu erzielen. Daher seien die geltend gemachten Verluste steuerlich nicht zu berücksichtigen.
Wirtschaftlich nachvollziehbares Handeln
Das FG hat der Klage stattgegeben. Es bejaht, dass der Erblasser mit der Vermietung des Flugzeugs über einen Vercharterer mit Einkunftserzielungsabsicht gehandelt habe. Die jahrelangen Verluste führten nicht zur Annahme einer steuerlich unbeachtlichen Liebhaberei, weil das Flugzeug weder privat genutzt wurde noch persönliche Motive (Hobby, Repräsentation oder Steuersparmodell) nachgewiesen werden konnten.
Der Erblasser reagierte zudem wirtschaftlich nachvollziehbar auf die anhaltenden Verluste (Wechsel des Vercharterers, späterer Verkauf), und eine langfristige Prognose ließ einen Totalüberschuss als möglich erscheinen.
Deshalb seien die Verluste steuerlich anzuerkennen und die Einkommensteuer- sowie Verlustfeststellungsbescheide entsprechend zu ändern.
Urteil rechtskräftig
Das FG hat die Revision nicht zugelassen. Nach Auskunft des FG wurde auch keine Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt.
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
380
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
222
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
203
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
157
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
127
-
Keine erweiterte Kürzung bei Veräußerung des gesamten Grundbesitzes im Laufe des Erhebungszeitraums
99
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
96
-
Feier anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand
95
-
Berechnung der Zehn-Jahres-Frist bei sanierungsrechtlicher Genehmigung
89
-
Studiengebühren eines Kindes als Schuldgeld abziehbar?
87
-
Unterlassene Auswertung eines Betriebsprüfungsberichts
14.07.2026
-
Kein Erstattungsanspruch des Arbeitnehmers nach § 50d Abs. 1 Satz 2 EStG a.F. analog in Lohnsteuerfällen
13.07.2026
-
Entfallen der Grenzgängereigenschaft bei Überschreiten der Nichtrückkehrtage
13.07.2026
-
Steuervergünstigung nach § 6a GrEStG
13.07.2026
-
Vermietung eines Flugzeugs mit Verlusten
10.07.2026
-
Zur weiteren Anwendung des Koordinierungsrechts auf Kindergeldfälle nach dem Brexit
09.07.2026
-
Alle am 9.7.2026 veröffentlichten Entscheidungen
09.07.2026
-
Falsch hinterlegter Steuerschlüssel in einem ERP-System
08.07.2026
-
Grunderwerbsteuerrechtliche Zurechnung bei Abschluss einer Treuhandvereinbarung
06.07.2026
-
Hinzurechnung im vereinfachten Ertragswertverfahren
06.07.2026