Wird nach dem Tod des Erblassers eine, nach britischem Recht zulässige, abweichend vom Testament getroffene Vereinbarung über die Verteilung des Nachlasses getroffen, handelt es sich um eine freigiebige Zuwendung durch den Erben.

Das FG Münster musste im Fall einer "Deed of Variation" entscheiden, ob eine freigebige Zuwendung im Sinne von § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG vorliegt und, wenn ja, ob englische Nachlasssteuer nach § 21 ErbStG anzurechnen ist.

Keine Anrechnung der britischen Erbschaftsteuer 

Das FG Münster hat entschieden, dass eine Zuwendung vorliegt. Da der Kläger nach deutschem Steuerrecht nicht als Erbe, sondern als Beschenkter anzusehen sei, wurde eine Anrechnung der britischen Erbschaftsteuer nach § 21 ErbStG nicht gewährt.

FG Münster,  Urteil v. 12.4.2018, 3 K 2050/16 Erb, veröffentlicht mit dem Juli-Newsletter 2018

Schlagworte zum Thema:  Erbschaft, Erbe, Schenkung