Gewinnanteile einer in Hongkong ansässigen Hongkong Limited
Beteiligung an einer Hongkong Limited
Die Klägerin ist eine Hongkong Limited mit Sitz in Hongkong, die internationale Schiffstransporte durchführt. Sie ist an einer deutschen KG beteiligt, die die Organisation und Abwicklung von Container-Transporten per Bahn und Binnenschiff im Inland betreibt. Die Klägerin ist der Meinung, der ihr zugewiesene Gewinnanteil der KG sei in Deutschland steuerfrei, da nach Art. 3 DBA Hongkong Gewinne eines Unternehmens einer Vertragspartei aus dem Betrieb von Seeschiffen im internationalen Verkehr nur im Gebiet dieser Vertragspartei und damit in Hongkong besteuert werden können. Das Finanzamt lehnte die Freistellung ab, da die Tätigkeit der KG nicht unter den Betrieb von Seeschiffen im internationalen Verkehr fallen würde.
Besteuerung von Gewinnanteilen
Die Klage ist unbegründet, sodass keine Freistellung in Deutschland erfolgt. Gem. Art. 2 Abs. 1 g) DBA Hongkong ist der Ausdruck "internationaler Verkehr" definiert als jede Beförderung mit einem Seeschiff, das von einem Unternehmen einer Vertragspartei betrieben wird, es sei denn, das Seeschiff wird ausschließlich zwischen Orten im Gebiet der anderen Vertragspartei betrieben. Die KG führt keine solche Tätigkeit aus, da sie lediglich die Organisation und Abwicklung von Container-Transporten per Bahn und Binnenschiff im Inland vornimmt, aber internationale Seeschifffahrt selbst nicht durchführt. Somit ist eine Freistellung der Einkünfte gem. Art. 3 DBA Hongkong nicht möglich.
DBA Hongkong maßgeblich
Das Urteil vermag nicht zu überraschen, da es dem Wortlaut des DBA Hongkong entspricht. Das DBA Hongkong betrifft ausschließlich die Steuern vom Einkommen und Vermögen, die auf Gewinne aus dem Betrieb von Seeschiffen im internationalen Verkehr erhoben werden. Nicht umfasst sind Gewinne, die internationale Schifffahrtsunternehmen aus anderer wirtschaftlicher Betätigung erzielen; dies sind in diesem Fall Gewinnanteile einer deutschen KG, die Inlandstransporte durchführt.
FG Bremen, Urteil v. 5.12.2018, 1 K 73/16 (3)
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
271
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
236
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
228
-
Umsatzsteuerliche Behandlung von Mitgliedsbeiträgen bei Sportvereinen
209
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
170
-
Entgeltlicher Verzicht auf Nießbrauch bei einem vermieteten Grundstück
1491
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
144
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
134
-
Grundsteuer-Musterverfahren beim Bundesverfassungsgericht
130
-
Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb unterliegen nicht der Umsatzsteuer
125
-
Ausscheiden bei Pensionszusage nicht Aufgabe jeglicher Tätigkeiten
20.03.2026
-
Erlass einer Kindergeld-Rückforderung bei Weiterzahlung
20.03.2026
-
Alle am 19.3.2026 veröffentlichten Entscheidungen
19.03.2026
-
Verfassungskonforme Auslegung von § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG
17.03.2026
-
Privatnutzung eines PKW durch einen Gesellschafter-Geschäftsführer
16.03.2026
-
Anforderungen an die tatsächliche Durchführung eines Gewinnabführungsvertrags
16.03.2026
-
Ratenweise Erfüllung einer Abfindung für einen lebzeitigen Pflichtteilsverzicht
16.03.2026
-
Bundesverfassungsgericht veröffentlicht Jahresvorausschau 2026
13.03.2026
-
Alle am 12.3.2026 veröffentlichten Entscheidungen
12.03.2026
-
Differenzierende Grundsteuer-Hebesätze in Hilden rechtswidrig
11.03.2026