Digitaler Wandel: Wie Telepflege und ePA die Versorgung sichern sollen
Im Vordergrund stehen die Telepflege und die elektronische Patientenakte (ePA). Während die Telepflege eine flexiblere und effizientere Kommunikation zwischen Pflegepersonal, Pflegebedürftigen und Angehörigen ermöglichen soll, gilt die ePA als zentrale Grundlage einer besser vernetzten Versorgung. Beide Instrumente zielen darauf ab, Pflege- und medizinische Daten besser zu verknüpfen und gemeinsam nutzbar zu machen. Dies soll Doppeluntersuchungen und Informationsverluste künftig deutlich reduzieren.
Finanzierung und Verantwortung
Für die Übernahme der Kosten durch die soziale Pflegeversicherung sind evidenzbasierte Nutzennachweise zwingend erforderlich, denn in einem solidarisch finanzierten System sollen öffentliche Mittel nur dort eingesetzt werden, wo ein belegbarer Mehrwert entsteht. Bestehende Prüfverfahren sollen fortgeführt und Evaluationskriterien weiterentwickelt werden.
Wichtig ist auch die Transparenz bei der Finanzierung. Die Kosten sollen in geteilter Verantwortung aller Akteure getragen werden. Dies soll durch klare Zuweisung der Finanzierungserfordernisse an Pflegeanbieter, Pflegekassen und öffentliche Fördergeber sichergestellt werden, um so auch eine einseitige Belastung zu vermeiden.
Erfolgsfaktoren jenseits der Technik
Neue Technik bringt nur Fortschritt, wenn sie von wachsender digitaler Kompetenz begleitet wird. Das Pflegepersonal muss die Anwendungen sicher bedienen können, während Angehörige einen niedrigschwelligen Zugang und verständliche Unterstützung brauchen. Dr. Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende und Arbeitgebervertreterin, forderte dazu klare Verantwortlichkeiten und alltagstaugliche Prozesse. Daher soll in Ausbildung und Studium sowie Fort- und Weiterbildung die digitale Kompetenz künftig einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen. Parallel dazu müssen sich Pflegeanbieter und Pflegekassen zügig in die Telematikinfrastruktur einbinden und deren Dienste entschlossen nutzen.
Mit zunehmender Vernetzung wächst jedoch auch die Angriffsfläche für Cyberangriffe. Anforderungen an Datenschutz, Cybersicherheit und ethische Standards müssen deshalb mit bestehenden gesetzlichen Vorgaben abgestimmt werden. Zuständigkeiten, Prüfmechanismen, Finanzierungsfragen und mögliche Rechtsfolgen sind dabei vorab zu klären.
Um den Überblick über all diese Anforderungen zu behalten, soll das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege praxisnahe Informationen und Unterstützungsangebote bündeln.
Mehr als ein politisches Signal
Das Positionspapier ist kein bloßer Vorschlag, sondern ein konkreter Handlungsauftrag für Pflegeanbieter, Pflegekassen und alle weiteren Akteure im Versorgungssystem. Investitionen müssen strategisch geplant, Mitarbeitende gezielt qualifiziert und digitale Strukturen konsequent und sicher ausgebaut werden.
Wer heute entsprechende Strukturen schafft, sichert langfristig die Versorgungsqualität.
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