ZAP 21/2019, Auswilderung von Tieren: Wiedererlangen der Freiheit

(BGH, Urt. v. 19.7.2019 – V ZR 177/17) • Solange der Besitzer eines im Rahmen eines Auswilderungsprogramms freigesetzten Tiers (hier: Wisent) dessen Verbleib mit dem Ziel beobachtet und überwacht, seinen – wenn auch gelockerten – Besitz zu erhalten, und ihm das Einfangen möglich wäre, hat das Tier nicht i.S.v. § 960 Abs. 2 BGB die Freiheit wiedererlangt; es wird (noch) nicht herrenlos, solange die Entscheidung darüber vorbereitet wird, ob das Tier die Freiheit wiedererlangen soll. Führt ein privater Träger eine Maßnahme des Vertragsnaturschutzes (hier: Wiederansiedlung von Wisenten) in eigener Verantwortung, aber auf der Grundlage eines hinreichend konkreten staatlichen Regelungskonzepts durch, können private Grundstückseigentümer gem. § 65 Abs. 1 S. 1 BNatSchG zur Duldung der Maßnahme verpflichtet sein.

ZAP EN-Nr. 613/2019

ZAP F. 1, S. 1109–1109

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