ZAP 1/2021, Kein Mitverschulden: Nichttragen eines Fahrradhelms bei einem Sturz

(OLG Nürnberg, Urt. v. 20.8.2020 – 13 U 1187/20) • Das Nichttragen eines Schutzhelms oder Fahrradhelms ist bei einer zu einem Unfall führenden Fahrradfahrt nicht im Rahmen eines Mitverschuldens berücksichtigungsfähig. Allein mit einem allgemeinen Verletzungsrisiko und der Kenntnis davon ist ein verkehrsgerechtes Verhalten jedenfalls nicht zu begründen. Andernfalls müsse bei jeder Tätigkeit mit ähnlichem oder höherem Kopfverletzungsrisiko ein Mitverschulden bejaht werden, wenn der durch einen Sturz Geschädigte keinen Helm getragen hätte. Hinweis: Eine Einzelfallentscheidung, die das OLG hier nach einem Fahrradunfall zu treffen hatte: Ohne Helmpflicht für Radfahrer ist diesen auch kein Mitverschulden an der Schwere etwaiger Kopfverletzungen nach einem Unfall anzulasten. Auch wenn bekannt sei, dass Helme Verletzungen erheblich mindern könnten, sei es in Ermangelung einer Verpflichtung zum Tragen derselben nicht zulässig, das Nichttragen zu sanktionieren.

ZAP EN-Nr. 2/2021

ZAP F. 1, S. 29–29

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