Der Gesetzgeber hat mit der zum Jahr 2008 in Kraft getretenen Unterhaltsrechtsreform vor allem die Stärkung des Kindeswohls in den Vordergrund gestellt.[20] Er hat beim Betreuungsunterhalt zwischen kindbezogenen (§ 1570 Abs. 1 BGB) und eltern- bzw. ehebezogenen Gründen (§ 1570 Abs. 2 BGB) differenziert. Jenseits des Betreuungsunterhalts, der im Interesse des Kindes wegen seiner Betreuung geschuldet wird, sieht § 1570 Abs. 2 BGB der Gesetzesbegründung zufolge eine Möglichkeit vor, den Betreuungsunterhalt im Einzelfall zusätzlich aus Gründen zu verlängern, die ihre Rechtfertigung allein in der Ehe finden. Maßgeblich sei dabei das in der Ehe gewachsene Vertrauen in die vereinbarte und praktizierte Rollenverteilung und die gemeinsame Ausgestaltung der Kinderbetreuung. Die konkreten ehelichen Lebensverhältnisse und die nachwirkende eheliche Solidarität fänden hier ihren Niederschlag und könnten eine Verlängerung des Betreuungsunterhaltsanspruchs über § 1570 Abs. 1 BGB hinaus rechtfertigen.[21]

Dass der Gesetzgeber hinsichtlich des Betreuungsunterhalts vor allem das Kindeswohl im Auge hatte, zeigt auch ein Blick auf § 1586a Abs. 1 BGB, wonach (nur) der Betreuungsunterhaltsanspruch gegen den früheren Ehegatten nach Auflösung der neuen Ehe wiederaufleben kann.[22]

[20] BT-Drucks 16/1830, S. 1.
[21] BT-Drucks 16/6980, S. 9.
[22] Vgl. BT-Drucks 16/1830, S. 22.

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