Erbprozessrecht / 2.6.2 Reaktion des Klägers auf die Haftungsbeschränkungseinrede

Hat der beklagte Erbe die Einrede der beschränkten Erbenhaftung erhoben, kann der Kläger eine Verurteilung ohne Vorbehalt nur erreichen, indem er darlegt, dass der Erbe unbeschränkbar haftet. Dazu kann er beispielsweise vortragen, dass der Erbe eine gesetzliche Inventarfrist schuldhaft versäumt (§ 1994 Abs. 1 Satz 2 BGB) oder ihm gegenüber die eidesstattliche Versicherung verweigert habe, er wegen Inventaruntreue hafte (§ 2005 Abs. 1 BGB) oder er die Inventarerrichtung verweigert habe (§ 2006 BGB) und natürlich auch, dass er ihm gegenüber rechtsgeschäftlich auf eine Haftungsbeschränkung verzichtet habe.

 
Hinweis

Erkennt der klagende Nachlassgläubiger die Haftungsbeschränkung als unstreitig an, sollte er aus Kostengründen seinen Antrag dahingehend umstellen, dass nur noch Vollstreckung in den Nachlass verlangt wird.

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