Im Hinblick darauf, dass statistisch in rund 80 % der Fälle bei Trennung und Scheidung die Eltern gemeinsam die Verantwortung für Kinder ausüben, hat die Vorschrift des § 1628 BGB über die gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern erheblich an Bedeutung gewonnen.

§ 1628 BGB ermächtigt die Gerichte allerdings nur dazu, einem Elternteil die Entscheidungskompetenz zu übertragen, fällt jedoch keine eigene Sachentscheidung. Es wirkt aber auf eine Einigung der Sorgeberechtigten hin, § 156 FamFG.

Gerichtliche Entscheidungen bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern gem. § 1628 BGB beziehen sich aber nur auf eine einzelne Angelegenheit oder eine bestimmte Art von Angelegenheiten nicht dagegen auf grundsätzliche Fragen, z. B. des Wohnsitzes der Kinder.

§ 1628 BGB ist deshalb grundsätzlich restriktiv auszulegen und auf situative Entscheidungen zu begrenzen.

Voraussetzung für das familiengerichtliche Verfahren ist der Antrag eines Elternteils nach erfolglosem Einigungsversuch mit dem anderen Elternteil , dessen Konflikt sich auf die elterliche Sorge und dabei nur auf eine einzelne Angelegenheit bezieht, die von erheblicher Bedeutung ist.

Einzelfälle von Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung sind z. B.:

  • Streit um den Vornamen des Kindes.[1]
  • Bestimmung des Aufenthaltes des Kindes.[2]
  • Unterbringung im Landschulheim oder im Elternhaus.[3]
  • Unterbringung in einer Heilanstalt.[4]
  • Wahl des Kindergartens[5]; Wahl der Schulart;[6] Wahl des Schulortes;[7] Umschulung auf eine Waldorfschule.[8]
  • Ausbildungs- und Berufswahl.[9]
  • Wahl des religiösen Bekenntnisses.[10]
  • Katholische Taufe und Erstkommunion des achtjährigen Kindes[11]
  • Taufe eines Kindes.[12]
  • Ärztliche Behandlung.[13]
  • Ob und wogegen das Kind geimpft werden soll.[14]
  • Umgang mit dritten Personen.[15]
  • Ausstellung eines Kinderausweises.[16]
  • Urlaubsreise nach Katar für zwei 5 und 7 Jahre alte Kinder.[17]
  • Urlaubsreise der mit den Kindern (16 und 6 J. alt) zusammen lebenden Kindesmutter kasachischer Abstammung nach Kasachstan.[18]
  • Urlaubsreise in Krisengebiete.[19]
  • Anlegung eines größeren Kindesvermögens.[20]
  • Ausschlagung einer angefallenen Erbschaft.[21]
  • Verwendung der Einkünfte des Kindesvermögens gem. § 1649 Abs. 2 BGB.[22]
  • Vertretung des Kindes bei der Geltendmachung von Kindesunterhalt im Wechselmodell.[23]
  • Gerichtliche Geltendmachung von Sozialleistungen.[24]
  • Antrag nach dem Namensänderungsgesetz.[25]
  • Streit um den Vornamen des Kindes.[26]
  • Bestimmung des Aufenthaltes des Kindes.[27]
  • Unterbringung im Landschulheim oder im Elternhaus.[28]
  • Unterbringung in einer Heilanstalt.[29]
  • Wahl des Kindergartens[30]; Wahl der Schulart;[31] Wahl des Schulortes;[32] Umschulung auf eine Waldorfschule.[33]
  • Ausbildungs- und Berufswahl.[34]
  • Wahl des religiösen Bekenntnisses.[35]
  • Katholische Taufe und Erstkommunion des achtjährigen Kindes[36]
  • Taufe eines Kindes.[37]
  • Ärztliche Behandlung.[38]
  • Ob und wogegen das Kind geimpft werden soll.[39]
  • Umgang mit dritten Personen.[40]
  • Ausstellung eines Kinderausweises.[41]
  • Urlaubsreise nach Katar für zwei 5 und 7 Jahre alte Kinder.[42]
  • Urlaubsreise der mit den Kindern (16 und 6 J. alt) zusammen lebenden Kindesmutter kasachischer Abstammung nach Kasachstan.[43]
  • Urlaubsreise in Krisengebiete.[44]
  • Anlegung eines größeren Kindesvermögens.[45]
  • Ausschlagung einer angefallenen Erbschaft.[46]
  • Verwendung der Einkünfte des Kindesvermögens gem. § 1649 Abs. 2 BGB.[47]
  • Vertretung des Kindes bei der Geltendmachung von Kindesunterhalt im Wechselmodell[48]
  • Gerichtliche Geltendmachung von Sozialleistungen.[49]
  • Antrag nach dem Namensänderungsgesetz.[50]

Das Familiengericht entscheidet nicht selbst hinsichtlich der Angelegenheit, sondern überträgt die Entscheidung einem Elternteil allein, entweder dem Antragsteller oder dem Antragsgegner.

Ein Antrag, etwa bei Streit über die Einschulung des Kindes in eine Waldorfschule oder eine so genannte Regelschule, lautet:

‹Es wird beantragt werden, wie folgt zu erkennen:›

‹Der Antragstellerin wird die Entscheidung darüber übertragen, in welche Schule das gemeinsame minderjährige Kind XY einzuschulen ist.›

Ziel des § 1628 BGB ist nicht Staatsintervention durch gerichtliche Eigenentscheidung, sondern Wahrung des Kindeswohles durch einen Elternteil, auf den sich insoweit mit Hilfe des Gerichtes die Ausübung der elterlichen Sorge für die Entscheidung der Einzelfrage konzentriert.

Gerichte sollen gerade in Kindschaftssachen gem. § 156 FamFG auf ein Einvernehmen der Eltern hinwirken.

Dies gilt unabhängig davon, ob ein gerichtlich gebilligter Vergleich zwischen den Beteiligten möglich ist. Damit ist auch der Streit entschieden, ob das Gericht nach dem früheren § 52 Abs. 1 FGG auch dort auf ein Einvernehmen hinzuwirken hatte, wo ein Vergleich der Beteiligten nicht möglich war.

Das Gericht hat auf die Möglichkeit der Beratung durch die Träger der Kinder- und Jugendhilfe hinzuweisen, § 156 Abs. 1 Satz 2 FamFG

Damit sollen Eltern bewogen werden, gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, das zur Wahrnehmung der elterlichen Sorge und der el...

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