Nutzung in der DACH-Region

Kennzahlen sind und bleiben die Basis des Personalcontrollings. Allerdings lässt sich in der Praxis auch hier feststellen, dass viele Unternehmen und Organisationen noch weit von einer stringenten Messung und vor allem der Steuerung mithilfe von Kennzahlen entfernt sind. KPIs – dies die positive Bilanz – werden von den meisten Unternehmen eingesetzt.[1] Allerdings erfolgt ein Einsatz häufig ohne ein schlüssiges Konzept, welche Kennzahlen sinnvoll sind und vor allem warum diese erhoben werden sollten. Aber Schlüsselindikatoren bieten eine erste Plattform, auf der aufgesetzt werden kann. Die in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) im Jahr 2015 am häufigsten erhobenen Kennzahlen zeigt Abb. 3.

 
Position Kennzahl
1 Anzahl der Mitarbeiter in FTE (Gesamt/je Bereich)
2 Krankenquote
3 Durchschnittsalter der Belegschaft
4 Fluktuationsquote (Anzahl geschiedene Mitarbeiter/durchschnittliche Mitarbeiterzahl)
5 Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
6 Quote weiblicher Mitarbeiter
7 Direkte Personalkosten p. a. (Löhne, Gehälter, Personalnebenkosten etc.) pro FTE (Vergütung)
8 Quote weiblicher Führungskräfte
9 Eigenkündigungsquote ("echte Fluktuation")
10 Personalstrukturkennzahlen (Arbeiter/Angestellte, Alter, Qualifikation etc.)
11 Kosten für Weiterbildung bzw. Personalentwicklung pro FTE
12 Altersstruktur der Belegschaft nach Altersklassen
13 Personalkostenquote (Personalkosten/Gesamtkosten des Unternehmens) (in %)
14 Personalnebenkosten p. a. (Sozialleistungen) pro FTE
15 Durchschnittlicher Anstieg der Gehälter zum Vorjahr

Abb. 3: Die häufigsten Personalkennzahlen 2015[2]

Hier wird deutlich, dass alle Schlüsselindikatoren aus dem Bereich des faktororientierten Personalcontrollings stammen und keine aus dem Bereich des prozessorientierten. Außerdem ist zwischen den Kennzahlen kein sachlogischer, kausaler oder strategischer Zusammenhang zu erkennen. Vielmehr sind diese offenbar mehr oder weniger zufallsgetrieben.

[1] Vgl. Jäger/Wickel-Kirsch, 2016.
[2] Vgl. Jäger/Wickel-Kirsch, 2016.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr?


Meistgelesene beiträge