Nach der Auswahl der richtigen Berichtselemente und deren wahrnehmungsoptimierter Gestaltung geht es darum, die Einzelelemente (einzelne Diagramme und Tabellen) in eine sinnvolle und möglichst leicht lesbare Gesamtstruktur zu bringen.

Was die optimale Positionierung der Berichtselemente auf einer Berichtsseite bzw. einem Dashboard anbelangt, können folgende Empfehlungen gegeben werden:

Tipp: Geben Sie besonders wichtigen Informationen den entsprechenden Raum.

Zentrale Inhalte sollten primär im vorderen Teil des Reports platziert werden und einen der Bedeutung entsprechenden Raum bekommen.

Auf einem Dashboard bzw. auf einer Berichtsseite stehen in unserem Kulturkreis die links oben platzierten Informationen besonders im Fokus. In ungestützten Eye-Tracking-Experimenten (d. h. ohne konkrete Fragestellung) wurde diesem Bereich von den meisten Berichtslesern die größte Aufmerksamkeit, im Sinne einer langen Betrachtungsdauer, geschenkt. Dahinter lagen – in etwa gleich gewichtet – die Bereiche rechts oben und links unten. Hingegen wurde der Bereich rechts unten vielfach nur sehr wenig bis gar nicht beachtet – ein typischer blinder Fleck im Berichtswesen. Will man besonders wichtige Kennzahlen betonen, sollte man ihnen eine größere Fläche (bzw. im Dashboard eine größere "Kachel") widmen.

Abb. 28: Heatmap zur Demonstration der Fokussierung

Tipp: Platzieren Sie zusammenhängende Informationen in unmittelbarer Nähe und verdichten Sie Informationen zu sinnvollen Blöcken.

Sind Informationen, die für das Gesamtverständnis erforderlich sind, weit voneinander entfernt, kommt es zum Effekt der geteilten Aufmerksamkeit (engl. split attention effect).[1] Dadurch entsteht ein zusätzlicher Aufwand für die Suche und die Kombination der Informationen bzw. können wichtige Zusammenhänge überhaupt unentdeckt bleiben.

Hingegen können Informationsblöcke aus inhaltlich zusammenhängenden Visualisierungen von den meisten Berichtsempfängern sehr gut erfasst werden. In Eye-Tracking-Experimenten wurden Einzeldarstellungen (Diagramme, Tabellen und Textbausteine) verteilt auf mehrere Berichtsseiten mit Kombinationen aus mehreren Informationsblöcken auf einem Dashboard verglichen. Das Ergebnis spricht eindeutig für eine gewisse Verdichtung der Information. Einzeldarstellungen wurden signifikant langsamer erfasst, jedoch führte auch eine Kombination von mehr als sechs Darstellungen bei vielen Berichtslesern zum "Information Overload". Es gilt, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen zu hoher und zu niedriger Informationsdichte zu finden.

Tipp: Sorgen Sie für eine klare Trennung der Informationsblöcke und eindeutige Überschriften.

Die einzelnen Elemente eines Dashboards sollten klar voneinander abgetrennt werden. Dies gilt auch für die dazugehörigen Überschriften. Damit bekommt der Report eine klare, übersichtliche Struktur. Abb. 29 zeigt eine schlecht strukturierte Berichtsseite, Abb. 30 eine verbesserte Version.

Abb. 29: Unübersichtliche Berichtsseite

Abb. 30: Klar strukturierte Berichtsseite

Tipp: Setzen Sie auf einer Seite nicht zu unterschiedliche Visualisierungen ein.

Ähnliche bzw. einheitlich gestaltete Diagramme werden rascher wahrgenommen und erlauben es, die Lesestrategie des ersten auf das nächste Diagramm zu übertragen. Wenn ein Dashboard sehr viele verschiedene Diagrammtypen und Gestaltungsvarianten enthält, veranlasst das den Leser, bewusst oder unbewusst nach der Bedeutung der Unterschiede zu suchen. Damit wird die Wahrnehmungsgeschwindigkeit verzögert. Berichte und einzelne Berichtsseiten sollten demnach möglichst homogen aufgebaut sein und mit Abwechslung in der Darstellung geizen.

[1] Vgl. Ayres/Paas, 2012.

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