Anpassung von Unternehmen an neue Gegebenheiten ist unausweichlich

Der Einfluss der Digitalisierung auf Gesellschaft und Arbeitswelt zeigt sich nahezu in jeder öffentlichen Debatte. So entdecken nicht nur Politiker die digitalen Medien wie z. B. Facebook oder Twitter für sich, sondern auch Unternehmenslenker wie Elon Musk, Richard Branson, Marc Cuban oder Mark Zuckerberg interagieren über diese Plattformen direkt mit der Außenwelt.[1] Unabhängig davon wie kommuniziert bzw. kooperiert wird, eine Reaktion – sei es positiv oder negativ – lässt in einer digitalen Welt nicht lange auf sich warten.

Diese digitalen Einflüsse verändern auf fundamentale Art und Weise wie wir uns als Individuen in Interaktion mit unserer Umwelt und damit ultimativ in unserer Gesellschaft verhalten. Unternehmen als Teilnehmer in dieser Umwelt mit klarem wirtschaftlichem Interesse gestalten und unterliegen diesen Veränderungen gleichermaßen. Dies zeigt sich in den wirtschaftlichen Chancen und Risiken welche sich aus der zunehmenden Technologisierung ergeben.

Die technologischen Veränderungen werden oftmals als sog. SMACT-Technologien bezeichnet:[2]

  • Social Media (Plattformen)
  • Mobile Lösungen
  • Analytics (Big Data)
  • Cloud
  • Internet of Things (IoT)

Digitalisierung ist mehr als die Nutzung neuer Technologien

Um aufzuzeigen, wie sich diese Technologien auf die Interaktion zwischen Individuen bzw. Kunden und Unternehmen auswirken, werden diese nachfolgend detaillierter beschrieben.

Social-Media-Plattformen bieten sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen wesentliche Chancen. Auf der einen Seite können Kunden auf solchen Plattformen ihre Meinung kundtun und für Produkte werben. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist bspw. die Vielzahl an Kundenbewertungen, die für nahezu jedes Produkt bei Amazon vorliegen. Andererseits ist es Unternehmen dadurch möglich direktes Kundenfeedback zu erfahren und auf evtl. negative Erfahrungen von Kunden direkt zu reagieren.

Mobile Lösungen ermöglichen dem Konsumenten nicht nur mittels eines Laptops oder klassischen PCs online zu partizipieren, sondern dies auch über ein Smartphone zu tun. Hierbei können Unternehmen speziell diese sehr große Nutzergruppe adressieren und dabei die entstehenden Daten nutzen, um Mehrwerte in ihren Leistungen zu kreieren. So bietet bspw. der japanische Versicherer Tokio Marine auf Basis einer GPS-Ortung des Smartphones proaktiv spezielle Versicherungen, wie z. B. eine Ein-Tages-Autoversicherung, im Ausland an.[3]

Data Analytics ist äußerst vielseitig einsetzbar. Ein typisches Beispiel sind die Film-Empfehlungen für Netflix-Nutzer. Potenziell interessante Angebote können auf Basis des Wissens über das Verhalten des Nutzers eigenständig passend platziert werden und den Umsatz steigern. Der Einsatz von Analytics in Unternehmen wird im weiteren Verlauf detaillierter betrachtet.

Der Einsatz von Cloud-Lösungen wie z. B. Dropbox oder Microsoft OneDrive ist bei Privatanwendern bereits weit verbreitet. Auf Seite der Unternehmen bestehen hier wesentliche Kostensenkungspotenziale, welche aktuell durch neue Anwendungsgebiete und die Veränderung der Unternehmensarchitektur immer weiter aufgedeckt werden.

Internet of Things (IoT)-Technologien sind ein Ausdruck dafür, dass die reale und virtuelle Welt immer stärker miteinander verwachsen. Offensichtlich tritt diese Verschmelzung z. B. im Rahmen der Industrie 4.0 auf, wo physische Maschinen und dort entstehende Daten in die Programme zur Steuerung eben dieser mit einbezogen werden.

Es sei erwähnt, dass der Einfluss der beschriebenen SMACT-Technologien keineswegs isoliert voneinander auftritt. Jedes Unternehmen sieht sich mit all diesen neuen Technologien und deren Anwendungsmöglichkeiten konfrontiert. Erst das Zusammenspiel all dieser Teilströme führt zu der Tragweite und zentralen Bedeutung dieses Wandels, mit dem die Potenziale und Risiken der Digitalisierung im Unternehmenskontext einhergehen (s. Abb. 1).

  • Durch die verstärkte Digitalisierung von Geschäftsmodellen werden große Mengen an wertvollen Daten generiert.
  • Obwohl neue Technologien viele Möglichkeiten schaffen, entstehen größere Risiken, die bessere Sicherheitssysteme und ein größeres Bewusstsein von Mitarbeitern verlangen.
  • Strengere Datenschutzgesetze (z. B. EU GDPR), die darauf abzielen, Daten von Identitäten zu schützen (z. B. durch Datenverschlüsselung), können zu hohen Strafzahlungen führen, wenn sie nicht adäquat beachtet werden.

Abb. 1: Veränderungen der Unternehmensumwelt im digitalen Zeitalter

 
Hinweis

Digitalisierung ist mehr als Technologienutzung

Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass die digitale Transformation eines Unternehmens mehr als nur die reine Nutzung von Technologien ist, sondern die Entwicklung passender Geschäftsmodelle, Kundenerlebnisse und Hintergrundprozesse bedingt. Unerlässlich ist auch die notwendige digitale Kultur eines Unternehmens, um diesen Wandel erfolgreich zu bestreiten. Unternehmen muss bewusst sein, dass der Umgang mit Kunden in einer digitalen Welt, weitaus sensibler e...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr?


Meistgelesene beiträge