Arbeitnehmeranteil / Sozialversicherung

1 Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die Pflichtbeiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind grundsätzlich je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufzubringen.

Beitragszuschlag für kinderlose Mitglieder in der Pflegeversicherung

Der in der Pflegeversicherung von den kinderlosen Mitgliedern zu zahlende Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 % ist vom Beschäftigten allein zu tragen. Eine hälftige Beitragstragung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgt also nur aus dem Beitragssatz in Höhe von 3,05 %. Arbeitnehmer, die im Bundesland Sachsen beschäftigt sind, tragen allerdings von den Beiträgen zur Pflegeversicherung 2,025 %. Kinderlose Mitglieder tragen im Bundesland Sachsen 2,275 %. Der Arbeitgeber trägt jeweils 1,025 %.

2 Arbeitnehmeranteile in der gesetzlichen Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte des Beitrags.

Die Bundesregierung schreibt einen für alle Krankenkassen einheitlichen Beitragssatz fest. Dieser beträgt seit 1.1.2015 14,6 %. Der Arbeitnehmeranteil beläuft sich auf 7,3 %. Der ermäßigte Beitragssatz beträgt seit 1.1.2015 14,0 %. Auf den Arbeitnehmer entfällt hier ein Anteil von 7,0 %. Zusätzlich hat der Arbeitnehmer die Hälfte des kassenindividuellen Zusatzbeitrags zu übernehmen.

3 Einbehaltung durch den Arbeitgeber

Die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung (einschl. des zur sozialen Pflegeversicherung von kinderlosen Mitgliedern zu zahlenden Beitragszuschlags in Höhe von 0,25 %) haben für die versicherungspflichtig Beschäftigten die Arbeitgeber (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) abzuführen. Die Versicherungspflichtigen müssen sich bei der Lohnzahlung den Arbeitnehmeranteil vom Arbeitsentgelt abziehen lassen. Für bestimmte Personengruppen kann es bezüglich des Abzugs jedoch Ausnahmen geben.

Nachholung des Beitragseinbehalts

Ist die Einbehaltung der Arbeitnehmeranteile für einen Lohnabrechnungszeitraum unterblieben, darf dies nur bei den nächsten 3 Lohn- oder Gehaltszahlungen nachgeholt werden, danach nur dann, wenn der Abzug ohne Verschulden des Arbeitgebers unterblieben ist. Diese zeitliche Beschränkung des Abzugs gilt nicht für vom Arbeitnehmer allein zu tragende Teile des Gesamtsozialversicherungsbeitrags, wie z. B. für den Beitragszuschlag für kinderlose Mitglieder in der sozialen Pflegeversicherung. Ohne zeitliche Einschränkung dürfen darüber hinaus die Arbeitnehmeranteile einbehalten werden, wenn der Arbeitnehmer die Auskunfts- und Vorlagepflichten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat und dadurch die Einbehaltung durch den Arbeitgeber unterblieben ist.

4 Personen ohne anderweitigen Krankenversicherungsschutz

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Personen versicherungspflichtig, die keinen anderweitigen Krankenversicherungsschutz haben. Sofern es sich bei diesen Personen um Arbeitnehmer handelt, tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die aus dem Arbeitsentgelt zu zahlenden Beiträge jeweils zur Hälfte.

 

Wichtig

Regelungen zum GSV-Beitrag gelten nicht

Die Regelungen über die Zahlung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags werden für diesen Personenkreis allerdings nicht angewendet. Der Arbeitnehmer ist hier alleiniger Beitragsschuldner. Dies hat zur Folge, dass er den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil an seine Krankenkasse zu zahlen hat. Der Arbeitgeber zahlt die sich aus dem Arbeitsentgelt ergebenden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge wie einen Beitragszuschuss an den Arbeitnehmer aus.

5 Geringverdienergrenze

Für Auszubildende, deren monatliches Arbeitsentgelt die Geringverdienergrenze i. H. von 325 EUR nicht übersteigt, trägt der Arbeitgeber den Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag, ebenso den Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 % für (über 23-jährige) kinderlose Mitglieder in der sozialen Pflegeversicherung.

Wird der Grenzwert von 325 EUR durch eine Einmalzahlung überschritten, gelten andere Regelungen zur Beitragstragung.

6 Sonderregelungen der Gleitzone

Beschäftigungen mit einem monatlichen Arbeitsentgelt in der Gleitzone von 450,01 EUR bis 850 EUR sind versicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer hat hier nur einen reduzierten Beitragsanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag zu zahlen.

7 Beitragsübernahme durch den Arbeitgeber

Übernimmt der Arbeitgeber freiwillig die Arbeitnehmeranteile der Beiträge zur Sozialversicherung, handelt es sich dabei um einen geldwerten Vorteil. In der Folge sind diese Arbeitnehmeranteile als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt anzusehen. Das gilt auch für die Arbeitnehmeranteile für eine betriebliche Ruhegeldeinrichtung, die vom Arbeitslohn des Arbeitnehmers einbehalten werden.

8 Bezug von Sozialleistungen

Das Kranken-, Versorgungskranken-, Verletzten- und Übergangsgeld sind beitragspflichtig in der Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Die Beitragspflicht setzt vom Beginn des Leistungsanspruchs an ein. Den Arbeitnehmeranteil behalten die zuständigen Leistungsträger, z. B. Krankenkassen, von der Geldleistung ein. Empfänger von Übergangs- und Versorgungskrankengeld werden allerdings nicht mit Beiträgen belastet.

9 Beitragszuschuss durch den Arbeitgeber

Freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer haben die Beiträge allein zu tragen und zu zahlen. Das gilt auch für privat krankenversicherte Arbeitnehmer. Für diese Arbeitnehmer besteht jedoch u. U. e...

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