Die Unternehmenskultur: warm und hell, aber nicht bunt
Nur 26 Prozent der 1.530 befragten deutschen und österreichischen Führungskräfte gaben an, dass es in ihrem Unternehmen Maßnahmen im Bereich Diversität gibt. Weitere 28 Prozent meinten, dass solche konkret in Planung sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass für knapp die Hälfte der Unternehmen das Thema Diversität Neuland ist.
Deutlich über dem Durchschnitt liegt der IT- und Telekommunikationssektor mit 38 Prozent umgesetzten Diversitäts-Maßnahmen, gefolgt von der Finanzbranche (35 Prozent). Schwach ausgeprägt ist dieser Bereich hingegen in Industrie und produzierendem Gewerbe (20 Prozent) sowie in der Bau- und Immobilienbranche (13 Prozent).
Diversity ist vorrangig HR-Aufgabe
Jene Unternehmen, die bereits Diversitäts-Maßnahmen implementiert haben (rund ein Viertel aller Unternehmen), setzen vor allem auf das Personalmanagement. 22 Prozent dieser Unternehmen sind hier aktiv, damit die Bedürfnisse von Mitarbeitenden mit unterschiedlichem sozialem, kulturellem oder demografischem Hintergrund berücksichtigt werden. An zweiter Stelle stehen spezielle Events (17 Prozent), gefolgt von Entwicklungsstrategien zu Einstellungen und Werten im Unternehmen (16 Prozent) und einer Verbesserung der Kommunikation (8 Prozent).
"Freundliche" Unternehmenskultur
Dass dass Thema Diversität in den Unternehmen häufig noch stiefmütterlich behandelt wird, spiegelt sich auch darin wider, wie die befragten Führungskräfte die Unternehmenskultur wahrnehmen. Insgesamt wurden elf Kultur-Dimensionen anhand von Eigenschaftspaaren und einer Skala von 1 (Minimum) bis 10 (Maximum) abgefragt.
Dabei zeigte sich, dass die Unternehmenskultur mit Charakteristika wie "warm", "hell", "nach vorne gewandt" und "offen" vorrangig als freundlich wahrgenommen wird. Die stärkste Ausprägung zeigt das Merkmal "warm" mit einem Mittelwert von 6,4. An letzter Stelle liegt "bunt" mit einem Wert von 5,6.
Hohe Wertschätzung für ältere Mitarbeiter
33 Prozent der befragten Führungskräfte gaben im Rahmen der Befragung an, dass das Know-how und die Erfahrung älterer Mitarbeitender in ihrem Unternehmen sehr geschätzt werden. Weitere 48 Prozent meinten, dass dies eher der Fall ist. Führungskräfte mit langer Führungserfahrung – 20 Jahre oder mehr – stimmen dem noch stärker zu: Hier meinten 43 Prozent, dass das Wissen sehr geschätzt wird. Viele dieser Befragten gehören selbst zur Gruppe der "älteren Mitarbeitenden".
Ein weiteres interessantes Detail: Je kleiner das Unternehmen, desto höher die Anerkennung für das Know-how Älterer. Während in 46 Prozent der Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitenden dieses sehr geschätzt wird, sind es bei Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitenden 25 Prozent.
Aktive Maßnahmen zum Wissenstransfer
32 Prozent der Unternehmen setzen aktiv Maßnahmen um, um das Wissen älterer Kolleginnen und Kollegen zu sichern. Interessant dabei ist, dass die IT/Telekom-Branche mit 40 Prozent das Ranking anführt. Der öffentlichkeitsnahe Sektor (28 Prozent) und das Sozial- und Gesundheitswesen (20 Prozent) liegen hingegen am Ende des Branchenvergleichs.
Die befragten Führungskräfte nannten für den Wissenstransfer am häufigsten informelle Gespräche zwischen älteren Mitarbeitenden und ihren Kolleginnen und Kollegen (21 Prozent) – ein naheliegendes, aber strategisch wenig steuerbares Instrument. Anders verhält es sich bei der zweitmeist angeführten Maßnahme: den regelmäßigen Meetings (16 Prozent). Dahinter folgen schriftliche Dokumentationen (12 Prozent) sowie Workshops und Seminare (11 Prozent). In 10 Prozent der Unternehmen sind Mentoring- oder Buddy-Programme im Einsatz. In der Banken- und Versicherungsbranche setzen nur 13 Prozent auf informelle Gespräche; das gängigste Instrument sind hier formelle Meetings mit 22 Prozent.
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