Haufe Onboarding-Studie 2021 zeigt Verbesserungspotenzial auf

Neueinstellungen bergen für Unternehmen besondere Herausforderungen. Durch die zunehmende Verbreitung von Remote- oder Hybridarbeit müssen neue Beschäftigte teilweise auch über Distanz integriert werden. Das macht Onboarding wichtiger denn je. In vielen Unternehmen findet sich das "an Bord holen" neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedoch weiterhin sehr weit unten auf der Prioritätenliste, wie eine Studie von Haufe zeigt.

Wie viele andere Unternehmensaktivitäten hat sich auch das Onboarding im Zuge der Coronapandemie mehr in den digitalen Raum verlagert. Die vermehrte Arbeit im Homeoffice hat das notwendig gemacht. Viele Unternehmen berichteten nach zwei Jahren coronabedingter Kontaktreduzierung von einer erschwerten sozialen Integration neuer Mitarbeitender. Hier ist Kreativität gefragt.

Haufe Onboarding-Studie: Hybrid Work erfordert krative Onboarding-Maßnahmen

Die Befragten der Haufe Onboarding-Studie 2021 nannten unter anderem digitale Einführungsveranstaltungen und virtuelle "Get-Together" als neue Onboarding-Maßnahme. Die Umfrage zeigt jedoch auch: Viele Unternehmen sind noch immer ideenlos. Insgesamt ergriffen nur zwei von zehn Unternehmen während der Coronapandemie zusätzliche (digitale) Maßnahmen, um neue Mitarbeitende ins Unternehmen zu integrieren.

An der fünften Auflage der Onboarding-Umfrage von Haufe haben im Oktober und November 2021 insgesamt 363 HR-Verantwortliche teilgenommen. Ziel der Umfrage ist es, herauszufinden, welche Onboarding-Maßnahmen Unternehmen ergreifen, wo es Erfolge gibt und in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht.

Weiterhin Verbesserungspotenzial beim Onboarding

Wie wichtig das Onboarding neuer Mitarbeitender für Unternehmen sein kann, zeigt sich daran, dass Mitarbeiterfluktuation häufig noch vor dem ersten Arbeitstag beginnt: 36 Prozent der Befragten geben an, dass es zu Kündigungen zwischen der Vertragsunterschrift und dem Tag des Arbeitsbeginns kommt. Das sind 6 Prozent mehr als in der Vorjahres-Studie. Mit 68 Prozent sieht wie schon im Vorjahr ein hoher Anteil der Befragten weiterhin Verbesserungspotenzial beim Onboarding-Prozess in ihrem Unternehmen.

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Budget für Onboarding-Prozesse stagniert

Im Vergleich der Studienergebnisse von 2019 zu 2020 zeigte sich, dass Unternehmen vermehrt finanzielle Mittel bereitstellen: 2019 stellten lediglich zwölf Prozent der Unternehmen ein eigenes Budget für den Onboarding-Prozess zur Verfügung, 2020 bereits 22 Prozent. Diese Investitionsbereitschaft erlitt 2021 offenbar eine Delle: Nur noch 16 Prozent der befragten Unternehmen konnten oder wollten ein eigenes Budget für Onboarding-Maßnahmen zur Verfügung stellen. Dies könnte unter anderem auf pandemiebedingte Sparmaßnahmen zurückzuführen sien. Der Anteil der Unternehmen, die eine Onboarding-Software nutzen, blieb 2021 im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 23 Prozent.

Anfangsfluktuation steht im Fokus

Im Fokus von 81 Prozent der befragten Personalerinnen und Personaler steht die Anfangsfluktuation. Wenn neue Mitarbeitende das Unternehmen schon innerhalb des ersten Jahres wieder verlassen, kostet das viel Zeit und Geld: Erneut muss dann Aufwand in die Suche nach passenden Kandidaten investiert werden. Ganz zu schweigen von der Demotivation des Teams, der Arbeitsüberlastung während der Vakanzzeit sowie dem Imageschaden.

50 Prozent der Befragten gehen davon aus, die Anfangsfluktuation könne sich durch besseres Onboarding verringern. Hingegen nur 18 Prozent glauben, besseres Onboarding bringe hier keine Verbesserung.

Onboarding: Soziale Integration wird vernachlässigt

Die Studie zeigt auch: Das Onboarding wird zum Großteil mit fachlichem Schwerpunkt gestaltet, die soziale und kulturelle Integration wird dabei stark vernachlässigt. Fast 50 Prozent der Unternehmen legen den größten Wert auf die fachliche Einarbeitung mit einem klassischen Einarbeitungsplan, Schulungen oder Training-on-the-job-Maßnahmen. Dem gegenüber setzen nur 10 Prozent den Schwerpunkt auf die soziale und kulturelle Integration.

Etwas anders sieht es bei der Wahrnehmung der Motivation und des Engagements von Onboardees aus: Immerhin 35 Prozent der Unternehmen ergreifen Maßnahmen, um das Engagement und die dauerhafte Motivation ihrer Mitarbeitenden zu fördern. Die Studienautoren stellen damit eine leicht positive Tendenz fest: 2020 setzten nur 30 Prozent weitere Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation um.

Feedback-Gespräche wurden 2021 von 64 Prozent der befragten Unternehmen eingesetzt. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass mehr als ein Drittel der Unternehmen auf strukturierte Feedback-Gespräche verzichtet. Die Bedeutung von regelmäßigem und konstruktivem Feedback für die Einarbeitung und Motivation neuer Mitarbeiter sollte nicht unterschätzt werden. (Mehr dazu lesen Sie hier: Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess).         

Auswertung der Onboarding-Erfolge ausbaufähig

Im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist der Anteil der Unternehmen, die ihre Onboarding-Aktivitäten auswerten. Gaben 2020 noch 59 Prozent der Befragten an, keine Erfolgskennzahlen auszuwerten, sank dieser Wert 2021 auf 50 Prozent.

Nur 22 Prozent nutzen laut der Haufe-Umfrage die Frühfluktuationsquote, um ein Gefühl für die Qualität ihres Recruitings und Onboardings zu erhalten. Andere Kennzahlen wie zum Beispiel "cultural fit", "quality-of-hire" oder "time to fully operative" werden kaum genutzt. Die Analyse dieser Kennzahlen wäre ein wertvoller Ansatzpunkt für Onboarding-Verantwortliche, um Schwachstellen im eigenen Onboarding-Prozess aufzudecken.

Alle Ergebnisse der Haufe Onboarding-Studie 2021 können Sie in diesem kostenlosen Whitepaper nachlesen.


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