02.07.2015 | Stressmanagement

Subjektive Stressfaktoren auf dem Vormarsch

Das Gefühl, nie fertig zu werden, empfinden viele Frauen und Männer als Stressfaktor, so eine Studie.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine aktuelle Studie zum Stressmanagement zeigt, dass neben den Klassikern wie der Arbeitsmenge und hohen Leistungsanforderungen auch die subjektive Einstellung zum Stressfaktor werden kann. Ein Drittel der Frauen und ein Viertel der Männer kämpfen etwa mit dem Gefühl, nie fertig zu werden.

Von kleineren Unterschieden zwischen Männern und Frauen abgesehen hat die Studie ebenfalls ergeben, dass Stress weitestgehend geschlechtsunabhängig ist. Die 1.083 befragten Frauen und 754 Männer zeigten sich von den gleichen Dingen gestresst – etwa von altbekannten Stressoren wie der Arbeitsmenge (25 Prozent der Frauen, 21 Prozent der Männer) sowie der Parallelität der zu erledigenden Aufgaben (24 Prozent Frauen, 27 Prozent Männer).

Auch die wachsenden Leistungsanforderungen empfinden manche als Stressfaktor (13 Prozent der Frauen, 16 Prozent der Männer). Das sind die Ergebnisse einer Focus-Online-Umfrage, die die Psychologin Ilona Bürgel durchgeführt hat.

Stressfaktoren: zu viele Gedanken, zu wenig Wertschätzung

Demnach belasten aktuell viel diskutierte Veränderungen wie die Digitalisierung nur wenige Studienteilnehmer (neun Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer). Auch Angst um ihren Arbeitsplatz machen sich die wenigsten (zwei Prozent der Frauen und drei Prozent der Männer).

Mehr Männer und Frauen leiden dagegen unter subjektiven Stressfaktoren: Auf die Frage danach, was sie generell am meisten stresst, beklagen sich ein Drittel der Frauen und ein Viertel der Männer über das Gefühl, nie fertig zu werden. Spezifisch nach den Stressfaktoren bei der Arbeit gefragt, antworteten die meisten Befragten, dass sie sich zu viele Gedanken machen – gefolgt von mangelnder Wertschätzung.

Ebenfalls gestresst zeigen sich rund zwölf Prozent der Befragten durch zwei weitere subjektive Faktoren, nämlich zu hohe Ansprüche an sich selbst und die Angst, ihre Arbeit nicht zu schaffen.

Nur wenige nutzen aktive Entspannungstechniken

Die beliebtesten Anti-Stress-Strategien sind den Angaben der Befragten zufolge Sport (35 Prozent der Männer, 23 Prozent der Frauen) und Bewegung an der frischen Luft (15 Prozent beziehungsweise neun Prozent) – zumindest in der Theorie.

Was Arbeitnehmer tatsächlich gegen den Stress auf der Arbeit unternehmen, hatte kürzlich eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der BKK Mobil Oil untersucht. Dabei zeigte sich, dass zwar rund zwei Drittel der Befragten Sport und Wellness als wirkungsvoll gegen Stress einschätzen. Zudem glaubt jeder Zweite, dass das Erlernen aktiver Entspannungstechniken zum Stressabbau geeignet ist.

Bei der Frage, wie sie allerdings tatsächlich im Alltag mit Stress umgehen, zeigte sich, dass die wenigsten Befragten de facto aktive Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training nutzen (18 Prozent der Frauen und elf Prozent der Männer).

In der Praxis wählen vielmehr die meisten, nämlich drei Viertel, der Befragten den klassischen Abend auf der Couch als liebste Methode zum Stressabbau.

Bei der Frage nach den größten Stressoren decken sich die Angaben der von Ipsos Befragten mit denen aus der aktuellen Focus-Online-Studie: ein zu hohes Arbeitspensum, zu lange Arbeitszeiten und zu hohe Anforderungen. Allerdings beklagten sich damals gegenüber den Meinungsforschern deutlich mehr Teilnehmer (zwei Drittel über ein zu hohes Arbeitspensum und je rund ein Drittel über lange Arbeitszeiten und zu hohe Anforderungen) über die genannten Stressoren.

Schlagworte zum Thema:  Stressmanagement, Gesundheitsmanagement, Psychische Belastung

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