Dipl.-Psych. Julia Scharnhorst
Psychische Belastungen zeigen sich besonders deutlich in der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit. Psychische Erkrankungen verursachen zwar weniger Krankheitsfälle als beispielsweise Atemwegserkrankungen, jedoch überdurchschnittlich lange Ausfallzeiten. Nach aktuellen Daten entfallen rund 15 % der Fehltage auf psychische Diagnosen, wobei einzelne Krankheitsfälle häufig mehrere Wochen dauern.
Zitat
Psychosoziale Risiken und arbeitsbedingter Stress gehören, was Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz angeht, zu den größten Herausforderungen. Sie beeinträchtigen die Gesundheit des Einzelnen erheblich, wirken sich aber auch negativ auf die Unternehmen und Volkswirtschaften aus.
Rund die Hälfte der europäischen Arbeitnehmer ist der Meinung, an ihrem Arbeitsplatz sei Stress üblich und rund 50 Prozent der Fehltage sind auf Stress zurückzuführen. Wie viele andere seelische Gesundheitsprobleme wird auch Stress häufig missverstanden oder stigmatisiert. Betrachtet man psychosoziale Risiken und Stress jedoch als Problem auf der Ebene der Organisation, können sie genauso handhabbar sein wie alle anderen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken am Arbeitsplatz.
Stress ist das am zweithäufigsten genannte arbeitsbedingte Gesundheitsproblem in Europa, wie die Europäische Beobachtungsstelle für berufsbedingte Risiken erklärte. Rund 60 % aller Fehlzeiten sind auf psychosoziale Risiken zurückzuführen. Die Beobachtungsstelle geht von einer zunehmenden Zahl von Betroffenen aus. Damit ist berufsbedingter Stress eine der größten Herausforderungen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Europa.
Laut DAK-Gesundheitsreport 2025 entfielen auf Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen zusammen rund die Hälfte aller krankheitsbedingten Fehlzeiten. Bes...