Junge Arbeitnehmer: Lieber TV als Entspannungstechniken
Mit Stress muss sich demnach rund jeder vierte jüngere Arbeitnehmer täglich oder sogar mehrmals täglich herumplagen. Der häufigste Grund für den Stress im Job ist ein zu hohes Arbeitspensum, über das sich knapp zwei Drittel der Befragten beklagen. Weitere Stressauslöser sind demnach zu lange Arbeitszeiten und zu hohe Anforderungen, über die 39 Prozent beziehungsweise 36 Prozent der Befragten berichten. Fast ebenso viele (34 Prozent) fühlen sich durch zu viel Druck ihres Chefs gestresst.
Diese Erkenntnisse stammen aus einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der BKK Mobil Oil unter Männern und Frauen der Altersgruppe 18 bis 35 durchgeführt hat.
Frauen leiden mehr unter Konflikten
Dabei zeigen sich neben den gemeinsamen Stressoren auch einige Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So leiden mehr Frauen (41 Prozent) als Männer (23 Prozent) unter unterschwelligen Konflikten mit Kollegen oder Vorgesetzten. Auch offene Auseinandersetzungen mit Chef und Kollegen belasten die weiblichen Befragten (35 Prozent) mehr als die männlichen (20 Prozent).
Insgesamt seien alle abgefragten Stresssymptome bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern, so das Fazit der Autoren: Signifikante Unterschiede gebe es bei Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Magenschmerzen und Herzrasen.
Dies könnte auch erklären, warum bereits 33 Prozent der Frauen mit einem Weinkrampf auf Stress reagiert haben – aber nur vier Prozent der Männer. Vielleicht wollten sich aber auch nur weniger Männer die Blöße geben, dies gegenüber den Meinungsforschern zuzugeben.
Gespräche mit Freunden als Stressmedizin
Diese wollten von den befragten Jung-Arbeitnehmern auch wissen, was sie gegen den Stress tun. Die beliebteste Methode ist demnach, abends die Füße hochzulegen und den Tag vor dem Fernseher ausklingen zu lassen. Darin unterscheiden sich die Vorlieben von Männern und Frauen nicht: Für drei Viertel aller Befragten ist dies die beliebteste Methode zum Stressabbau.
Deutlich lieber als Männer (40 Prozent) suchen demnach Frauen (65 Prozent) das Gespräch mit Familie, Freunden oder Bekannten als Stressmedizin.
Ebenfalls beliebt ist Sport gegen Stress: Für jeden zweiten Mann ist dies das Mittel der Wahl; bei den Frauen sind es mit 41 Prozent etwas weniger. Dagegen steht für Frauen (48 Prozent) häufiger kochen oder essen auf dem Anti-Stress-Menü als bei Männern (35 Prozent).
Sport, Wellness und Yoga als sinnvoll erachtet
Nur eine Minderheit von 18 Prozent der Frauen und elf Prozent der Männer nutzt dagegen aktive Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training.
Dabei findet rund jeder Zweite die Methode in der Theorie sinnvoll: So viele glauben, dass das Erlernen aktiver Entspannungstechniken zum Stressabbau geeignet ist. Als noch wirkungsvoller werden noch Sport und Wellness eingeschätzt (63 Prozent).
Dem Fernsehabend, der sich ja großer Beliebtheit erfreut, trauen etwas weniger Befragte (47 Prozent) zu, dass er ihr Stresslevel tatsächlich senken kann.
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