06.06.2014 | Employer Branding

Social Media ändern wenig an der Arbeitgeberattraktivität

In den Social Media sind inzwischen viele Unternehmen vertreten, aber attraktiver werden sie als Arbeitgeber deswegen nur selten.
Bild: Michael Bamberger

Unternehmen tun mehr, potenzielle Bewerber nutzen mehr – aber echte Folgen hat das nicht: Nur ein Viertel der potenziellen Bewerber gibt in einer Studie an, dass sich ein Unternehmen durch  Social-Media-Aktivitäten attraktiver machen konnte. Und trotzdem gilt das als Erfolg.

Für die „Social Media Personalmarketing Studie“ wurden zum dritten Mal potenzielle Bewerber zur Arbeitgeberattraktivität befragt. Bei der ersten Studie im Jahr 2010 hatten gerade einmal neun Prozent angegeben, dass Social-Media-Aktivitäten eines Unternehmens dessen Attraktivität steigern konnten. In der zweiten Befragungswelle waren es auch nur zwölf Prozent. Die aktuellen Zahlen sind also eine deutlich Steigerung und damit als Erfolg zu verbuchen.

Ziel ist ein gutes Employer Branding, Erfolg bestehen eher im Recruiting

Nichtsdestotrotz sind die absoluten Zahlen niederschmetternd für das Personalmarketing. Auch aus Unternehmenssicht sprechen nur acht Prozent der Befragten von einem hohen messbaren Erfolg des Social-Media- Einsatzes. Dabei zeigen sich die größten messbaren Erfolge im Social Media Recruiting. Hier nutzen die Personaler die Anzahl an Bewerbungen als Messkriterium (64 Prozent).

Noch lieber wäre es den Unternehmen aber, wenn sie die Erfolge aufseiten des Employer Brandings verzeichnen könnten. Denn das ist ihr vorrangiges Ziel. Als Messkriterien nutzen sie dafür die Kontaktzahlen: Anzahl der Besucher auf der Karriere-Webseite (61 Prozent), Follower oder Fans (61 Prozent) und Bewerberinteraktionen (55 Prozent).

Tipp: Auf weniger Social-Media-Kanäle konzentrieren

Die untersuchten Unternehmen sind im Durchschnitt recht aktiv in den sozialen Medien: Ungefähr ein Drittel der Unternehmen nutzen Social Media intensiv im Personalmarketing. Dabei besteht aber Optimierungspotenzial, wie auch die Studienautoren von der Wiesbaden Business School und der Unternehmensberatung Embrander betonen. So sei es beispielsweise an der Zeit, dass Unternehmen überprüfen, ob sie sich nicht zu breit in den Social-Media-Kanälen aufgestellt haben. Schließlich nutzen die untersuchten Unternehmen im Durchschnitt mehr Social-Media-Kanäle als die Kandidaten.

Wer sich auf wenige Kanäle konzentriert, kann dafür besser die Kräfte bündeln.

Tipp 2: Die Fachkräfte in der Ansprache nicht vergessen

Eine weitere überraschende Erkenntnis auf Kandidatenseite: Fach- und Führungskräfte sind im Hinblick auf Arbeitgeberinformationen und Jobs aktiver auf den Social-Media-Kanälen als Studenten. Gerade die Studenten bilden aber meist die Hauptzielgruppe der Social-Media-Aktivitäten von den Unternehmen ist.

Tipp: Die Kandidatenwünsche beherzigen

Doch es gibt auch noch positivere Ergebnisse zu verzeichnen: So haben sich die Unternehmen seit 2010 die Wünsche der Kandidaten was die veröffentlichen Inhalte angeht, mehr zu Herzen genommen. Gab es 2010 noch deutliche Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit, wurden in dieser Umfrage die Kandidatenwünsche weitestgehend bedient. Noch tiefgehender Einblicke möchten die Kandidaten aber weiterhin bei den Themen Vision, Mission und Strategie – hier ist sogar eher ein Rückschritt auszumachen.

Über die Studie

Die Wiesbaden Business School und die Unternehmensberatung Embrander haben zum dritten Mal seit 2010 die „Social Media Personalmarketing Studie“ durchgeführt. Darin wird sowohl die Unternehmens- als auch die Kandidatenseite betrachtet und gegenüberstellt. Dieses Jahr haben 368 Personen an der Studie teilgenommen.

Schlagworte zum Thema:  Employer Branding, Recruiting, Social Media, Arbeitgeberattraktivität

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