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31.01.2013 | Serie Sieben Zeitmanagement-Lügen

Die "Gut-geplant-ist-schon-gewonnen-Lüge"

Serienelemente
Zeitmanagement: Pläne schmieden hilft nicht weiter.
Bild: Haufe Online Redaktion

Tempo und Arbeitsdruck haben in der Arbeitswelt angezogen. Aber von klassischem Zeitmanagement als Gegenmittel ist Cordula Nussbaum, Autorin und Coach aus München, nicht überzeugt. Sie hat sieben Zeitmanagement-Lügen identifiziert, unter anderem die "Gut-geplant-ist-schon-gewonnen-Lüge".

Bei allen Überlegungen sollte man unbedingt sein Arbeitsumfeld und die Art der Tätigkeit beachten. Nicht alle Strategien machen nämlich für alle Berufe, Tätigkeiten und Lebenssituationen Sinn. Das beginnt mit der Hörigkeit des Planes.

Flexibel reagieren statt Pläne schmieden

Das Ziel des Zeitmanagements sei es, so sagen einige Experten, Zeitpläne zu erstellen und das Erledigen einer Arbeit damit verbindlich zu machen. Schade nur, dass wir uns immer ganz diszipliniert einige Dinge vornehmen und dann unsere guten Absichten vom Unvorhergesehenen weggespült werden. Und dann hat man den Frust und die Zeitverschwendung, seine Tagespläne neu zu erstellen, und wieder neu zu erstellen und wieder neu zu erstellen. Ein anderer Ratschlag lautet: Beginnen Sie den Tag mit einer sehr wichtigen Aufgabe. Erst dann schauen Sie in Ihre Mails oder hören den Anrufbeantworter ab. Das mag für sehr strukturierte, gut planbare Berufe gehen – allerdings frage ich mich, wo es die heute noch gibt. Ist unser Berufsalltag nicht zunehmend kreativ-chaotisch? Ist schnelles, flexibles und bestimmtes Agieren in sich rasch ändernden Situationen nicht die wichtigste Kernkompetenz, die Berufstätige brauchen? Wie oft haben Sie schon den obigen Tipp beherzigt und eine aufwändige Präsentation in aller Frühe erstellt. Nur um dann eine Mail im Postfach zu finden, dass das betreffende Meeting, in dem man den ach so wichtigen Vortrag halten sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.

Seine eigene Zeitmanagement-Methode entwickeln
Es muss doch jeder selbst wissen, wie er den Tag beginnt? Ja, sicher. Aber das Problem ist, dass sich Leser, Seminarteilnehmer oder Vortragsgäste gerne an solchen "Regeln" orientieren wollen. Und sich dann schlecht fühlen, wenn es bei ihnen im Alltag einfach nicht klappt. Das frustriert und meist suchen die Menschen den Fehler dann bei sich ("Ich kann mich einfach nicht organisieren!") und nicht im System.
Deshalb ist es wichtig, ein Zeit- und Selbstmanagement zu entwickeln, das dem Alltag des Einzelnen gerecht wird. Also weg von 0815-Methoden und hin zu individuellen Lösungen, die in der jeweiligen Praxis wirklich funktionieren. Das geht freilich nicht mit der Gießkanne. Hier ist individuelles Trainieren und Coachen von Anfang an das Richtige, und auch im Seminar (bei kleinen Gruppen) möglich.

Hinweis: Den kompletten Artikel zu den sieben Zeitmanagement-Lügen finden Sie in der Zeitschrift "wirtschaft + weiterbildung", Ausgabe 1/2013.

Haufe Online Redaktion

Zeitmanagement, Weiterbildung, Personalentwicklung

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