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| "Schülerbarometer 2016"

Die Wunscharbeitgeber der künftigen Bewerber

17.000 Schüler hat das Trendence Institut unter anderem zu den Themen Karriereplanung und Candidate Experience befragt.
Bild: Trendence Institut GmbH

Für welche Arbeitgeber wollen Schüler künftig arbeiten? Und wie können Unternehmen die Mitarbeiter von morgen für sich begeistern? Antworten hierzu liefert das Trendence Institut mit dem "Schülerbarometer 2016", das jährlich die Stimmung unter den jungen Leuten misst.

Wie soll es nach der Schule weitergehen? Eine Frage, die sich für manche Schüler nicht erst mit dem näher rückenden Abschluss stellt. Daher fragt das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Trendence alljährlich nach den geplanten Karrierewegen von Schülern - und zwar explizit schon ab der achten bis zur 13. Jahrgangsstufe. So kürzlich auch wieder bei der Karrierestudie "Schülerbarometer 2016", für die Trendence von Februar bis Juli dieses Jahrs 17.000 Schüler befragt hat.

Polizist bleibt Wunschberuf der Schüler

Mit Blick auf die Ergebnisse der Umfrage aus dem vergangenen Jahr stellen die Marktforscher fest: Die Polizei bleibt weiterhin der Wunscharbeitgeber Nummer eins bei den deutschen Schülern.

Einen Grund dafür, dass der öffentliche Dienst und daneben auch viele karitative Organisationen als Arbeitgeber offenbar beliebter werden, sieht Trendence-Geschäftsführer Holger Koch in der hohen Zahl von Geflüchteten in Deutschland: "Die Schüler wollen anderen Menschen helfen, gleichzeitig steigt der Bedarf an neuen Mitarbeitern gerade bei Polizei und karitativen Einrichtungen enorm und verspricht sichere Jobs und erfüllende Aufgaben", sagt Koch.

Starke Marken machen es Recruitern einfacher

Neben Hilfsbereitschaft und Altruismus sei vor allem das ausgeprägte Markenbewusstsein unter den Schülern wichtig für die Wahl des künftigen Arbeitgebers, fanden die Forscher weiterhin heraus. Nach der Polizei auf Rang eins finden sich mit Adidas und BMW nämlich zwei bekannte Markennamen unter den Top Drei der Wunscharbeitgeber.

"Starke Produktmarken haben einen wesentlichen Vorteil: Die Schüler kennen sie. So können sie sich etwas unter der Arbeit vorstellen und sehen, woran sie aktiv mitwirken können", erklärt der Trendence-Geschäftsführer das Phänomen und schließt mit dem Hinweis an: "Arbeitgeber ohne bekannte Produkte müssen viel stärker für eine Ausbildung bei sich im Unternehmen werben, zum Beispiel im Internet, an Schulen oder auf Jugendmessen."

Echte Einblicke in den Arbeitsalltag vermitteln

Bei den Informationsveranstaltungen, mit denen sich Arbeitgeber bei den Schülern vorstellen wollen, bestehe jedoch noch Verbesserungsbedarf, geben die Studienautoren zu bedenken. So zeigt die Trendence-Umfrage auch, dass nicht einmal die Hälfte der Schüler die Vorstellungen von Unternehmen im Unterricht oder auf Schulveranstaltungen nützlich finden. Die jungen Leute würden in diesem Kontext vor allem die unpassenden und wenig relevanten Themen bemängeln.

Statt in allgemeinen Infoveranstaltungen zu sitzen, wollten sie lieber typische Aufgaben aus dem Ausbildungsalltag ausprobieren und mit aktuellen Azubis über die Ausbildung und den Arbeitsalltag sprechen.

Candidate Experience heißt auch, Absagen zu begründen

Eine erfreuliche Einsicht aus der Studie ist demgegenüber, dass die meisten Schüler, die sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben, offenbar mit dem Ablauf des Bewerbungsprozesses weitgehend zufrieden sind: Die Unternehmen überzeugten laut Aussage einer Mehrheit der Schüler mit netten Ansprechpartnern und einer lockeren Atmosphäre im Bewerbungsgespräch.

Einige der jungen Bewerber haben jedoch offenbar bereits schlechte Erfahrungen gesammelt, wie das "Schülerbarometer" zeigt: So bemängelte ein Viertel der befragten Schüler, dass Unternehmen Absagen nicht ausreichend begründen würden oder – schlimmer noch – gar nicht oder nur verspätet auf Bewerbungen reagierten.

"Ein schlecht organisiertes Bewerbungsverfahren kann sich doppelt rächen", warnt Trendence-Geschäftsführer Koch vor diesem Hintergrund. "Der Erfahrungsaustausch untereinander ist für Schüler sehr wichtig. Ein verlorener Schüler zieht gleich mehrere Schüler nach sich, die sich gar nicht erst bewerben." 

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Haufe Online Redaktion

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