Worauf es den "Millennials" ankommt
Sie sind vergleichsweise jung, sie gelten als gut ausgebildet und stehen im Ruf, anspruchsvoll zu sein – gemeint ist jene Bevölkerungsgruppe, die Soziologen "Millennials" oder auch die "Generation Y" nennen.
Diese Sammelbegriffe, die inzwischen auch in der breiten Öffentlichkeit angelangt sind, bezeichnen Menschen, die zwischen 1980 und 1999, nach anderen Definitionen zwischen 1980 und 1996 oder 1992 geboren wurden. Gemeinsames Merkmal ist jedenfalls, dass die Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe um die Jahrtausendwende herum aufgewachsen sind, jugendlich waren oder zu den jungen Erwachsenen zählten. Damit erfüllen die sogenannten Millennials ein Kriterium, das ihnen einen weiteren oft genannten Titel einbringt: Sie gelten nämlich zugleich als die ersten Vertreter der sogenannten "Digital Natives".
Millennials aus 29 Ländern befragt
Es gibt also recht unterschiedliche Aspekte, unten denen man diese Generation betrachten kann. Für Personaler ist allerdings zentral: Sind die Millennials verlässliche Arbeitnehmer? Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte ist dieser Frage in seinem "Millennial Survey 2016" nachgegangen. Befragt haben die Studienautoren insgesamt 7.700 Arbeitnehmer in 29 Ländern. Alle Studienteilnehmer wurden nach 1982 geboren – können also als Millennials gelten –, haben einen College- oder Universitätsabschluss und waren im Befragungszeitraum vollzeitbeschäftigt. Als Stichprobe für den deutschen Markt wurden 300 Arbeitnehmer befragt – ebenso viele Frauen wie Männer.
Neue Führungskräfte mit schwacher Unternehmensbindung?
Eine Erkenntnisse gleich vorweg: Die Millennials sind heute nicht mehr die Führungskräfte von morgen, vielmehr sind sie bereits in den Führungspositionen vertreten. So stellt Deloitte für die deutsche Stichprobe fest, dass zwölf Prozent der Befragten als leitende Angestellte tätig sind, acht Prozent als Abteilungsleiter und zehn Prozent bereits in der Geschäftsführung sitzen.
Damit bekommt das Kernproblem, das die Studie deutlich macht, umso mehr Gewicht: Deloitte kommt nämlich zum Ergebnis, dass 66 Prozent der Millennials weltweit planen, ihren aktuellen Arbeitgeber bis zum Jahr 2020 zu verlassen (siehe Infografik).
Drohende Fluktuation auch in Deutschland
Diese Sprunghaftigkeit sei insbesondere in den aufstrebenden Märkten, etwa in Peru, Südafrika, aber auch etwa in England zu beobachten, haben die Deloitte-Forscher herausgefunden. Schlüsselt man die Studienergebnisse genauer auf, scheint es im deutschen Arbeitsmarkt nicht ganz so schlimm zu stehen.
Das lässt zum Beispiel der folgende Zusammenhang vermuten: Wenn sie etwa vor der Wahl stünden, bei ihrem Arbeitgeber zu bleiben oder aber das Unternehmen in weniger als sechs Monaten zu verlassen, würden nur sieben Prozent der deutschen Studienteilnehmer innerhalb eines halben Jahres gehen.
Immerhin 16 Prozent geben an, sie würden ihr Unternehmen niemals verlassen. Dennoch zeigt die Deloitte-Studie auch bei den deutschen Millennials eine hohe Wechselbereitschaft (siehe Abbildung unten).
Motivationsfaktoren bei Wahl des Arbeitsplatzes
Obwohl die deutschen Vertreter der "Generation Y" noch vergleichsweise beständig erscheinen, ist es natürlich sinnvoll, danach zu fragen, was für die Millennials einen guten Arbeitgeber ausmacht. Genau dies haben die Deloitte-Forscher getan, indem sie die ausschlaggebenden Faktoren für die Arbeitsplatzwahl geprüft haben. Das Gehalt war bei dieser Frage explizit ausgeschlossen.
Der wichtigste Motivator, den die Studienautoren dabei festgestellt haben, ist ein gutes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben, also eine positive Work-Life-Balance – dies gaben 17,9 Prozent der Befragten an. An zweiter Stelle steht nach den Daten von Deloitte flexible Arbeitszeiten (13,6 Prozent) sowie die Chance auf Aufstiegsmöglichkeiten (12,4) an dritter Stelle (siehe Abbildung unten).
Auf die Werte kommt es an
Die Deloitte-Studie gewährt noch weitere Einblicke. So lautet ein weiteres Ergebnis der Studie, dass Werte bei der Mitarbeiterfindung und -bindung eine entscheidende Rolle spielen. Fast die Hälfte der befragten Millennials (44 Prozent) gibt nämlich an, schon einmal einen Job wegen der Werte abgelehnt zu haben, mit denen sie das betreffende Unternehmen in Verbindung brachten.
-
Workation und Homeoffice im Ausland: Was Arbeitgeber wissen müssen
442
-
Essenszuschuss als steuerfreier Benefit
306
-
BEM ist Pflicht des Arbeitgebers
226
-
Acht rettende Sätze für schwierige Gesprächssituationen
217
-
Das sind die 25 größten Anbieter für HR-Software
172
-
Mitarbeiterfluktuation managen
1614
-
Probezeitgespräche als Feedbackquelle für den Onboarding-Prozess
161
-
Der große NLP-Bluff Teil I: Wie alles begann
1098
-
Warum Offboarding an Bedeutung gewinnt
105
-
Studie offenbart zu wenige Strukturen beim Onboarding
92
-
Fehler bei der Gehaltsabrechnung kosten Millionen
29.04.2026
-
Komplementäre Führung – Modell für Orientierung und Praxis
29.04.2026
-
Was das Betriebsrentenstärkungsgesetz bringt
28.04.2026
-
Mitarbeitergesundheit stärken – 2 Benefits für mehr Longevity
27.04.2026
-
Homeoffice als möglicher Schlüsselfaktor in der Energiekrise
24.04.2026
-
Tipp der Redaktion: Toolbox für die Entgelttransparenz
22.04.2026
-
Employer Branding muss frühzeitig beginnen
21.04.2026
-
Den Stellenmarkt im Griff – wie KI das Recruiting revolutioniert
20.04.2026
-
Moderne Recruiting-Strategie: Warum Stellenanzeigen nicht ausreichen
20.04.2026
-
Warum Entgelttransparenz eine Führungsaufgabe ist
16.04.2026