14.03.2017 | HR-Karriere

Gehälter und Stationen einer Berufslaufbahn im Personalwesen

Eine Karriere in HR muss nicht geradeaus nach oben führen. Auch Umwege und Quereinstiege sind möglich.
Bild: Corbis

Eine stringente und in Stein gemeißelte HR-Karriere gibt es nicht. Aber je nach Position auf der Karriereleiter können Personaler einen Gehaltssprung erwarten. Ein Überblick über die Stationen und Gehälter einer Berufslaufbahn im Personalwesen.

Je nach Interessen und Stärken sind die Laufbahnen im HR-Bereich sehr individuell. Während sich einige Personaler dem Bereich Compensation & Benefits verschreiben, steigen andere in die Personalentwicklung oder das Recruiting ein. Der Einsteig verläuft aber in den meisten Bereichen über ein Traineeprogramm oder eine Assistenzstelle.

Berufseinstieg im Personalwesen: Gehälter sehr unterschiedlich

Die Einstiegsgehälter sind sehr unterschiedlich und je nach Ort, Firmengröße oder Branche höher oder geringer. Im Durchschnitt erhält ein frisch von der Hochschule kommender Berufseinsteiger im Personalwesen ein Bruttojahresgehalt von rund 30.000 Euro.

In Großkonzernen dauern Traineeausbildungen 24 Monate, in kleineren Betrieben gibt es nicht immer eine vorgeschriebene und fixe Ausbildungszeit. Anfangs erhalten Trainees Einblicke in die Unternehmensstruktur, besuchen andere Werke und nehmen je nach Größe des Unternehmens auch an Auslandsreisen teil. Recruiting, Talentmanagement, Compensation & Benefits – alle relevanten Bereiche aus dem HR-Business werden in dieser Phase kennengelernt. Als Assistenz in kleinen Unternehmen arbeiten Berufseinsteiger dagegen generalistischer.

Aber es muss nicht immer ein Einstieg mit akademischem Abschluss sein: In der HR-Szene bieten sich auch Berufsausbildungen an. Hier sind die Gehälter entsprechend geringer. Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung beginnen in kleinen Unternehmen mit durchschnittlich 28.534 Euro. In Firmen mit 101 bis 1.000 Mitarbeitern gibt es im Schnitt 32.954 Euro und in Großunternehmen 35.386 Euro.

Wer mit seiner beruflichen Ausbildung im HR-Bereich ganz nach oben will, kommt früher oder später um ein weiterführendes Studium nicht herum. Hier bieten sich entweder Fern-, Teil- oder Vollzeitstudiengänge an. Voraussetzung für die Zulassung zum Studium sind rund fünf Jahre Berufserfahrung. Akademiker, die sich im HR-Bereich weiterqualifizieren und an ihr erstes Studium einen Masterstudiengang anschließen möchten, brauchen in der Regel drei Jahre Berufserfahrung.

Der Junior-Manager im Personalwesen

Nach dem erfolgreich absolvierten Traineeprogramm folgt meist im selben Unternehmen die Übernahme in eine Junior-Position. Hier beginnt oft bereits die Spezialisierung in den einzelnen Teildisziplinen. In dieser nächsten Stufe haben die jungen HR-Profis zwar noch keine Personalverantwortung inne, arbeiten aber meistens eigenständig und entwickeln eigene Projekte. 

Wie lange sie in dieser Position verweilen, hängt vom Karrierepfad innerhalb des Unternehmens und von den eigenen Ambitionen ab. Meistens dauert die Juniorphase zwei bis drei Jahre. Das Gehalt in dieser Phase beträgt im Durchschnitt 36.260 Euro. Top-Verdiener im Junior-Bereich erhalten 45.000 Euro und mehr.

Der HR-Manager

Den ersten markanten Gehaltssprung erleben Personaler beim Wechsel von der Junior- in die HR-Manager-Rolle. Hier verweilen sie weitere drei bis fünf Jahre und verdienen im Schnitt 48.636 Euro. Sollten sie in der Zeit eine Teamleitung übernehmen, kann das ihr Gehalt entsprechend steigern. 

Der HR-Manager verfügt über deutlich mehr Verantwortung und delegiert einzelne Aufgaben weiter, ohne unbedingt selbst Personalverantwortung zu besitzen. Auch die Abstimmung mit externen Dienstleistern wie Headhuntern oder Softwareanbietern fällt in die Rolle des HR-Managers.

Der Senior HR-Manager

Wann ein HR-Manager den Senior-Titel erhält, hängt von unternehmensinternen Faktoren ab. Einige Personaler kommen erst nach zehn Jahren im Beruf dort hin, andere früher. Nicht selten sind Senior Manager mit einem Head of HR gleichgestellt. In kleineren Unternehmen werden auch jüngere HR-Manager als Abteilungsleiter eingesetzt. In großen Konzernen ist dieser Schritt an die Berufserfahrung gekoppelt und strenger reglementiert, da der hohe Organisationsgrad entsprechendes Know-how erfordert. Ein Senior Manager trägt oft fachliche Personalverantwortung und leitet ein kleines Team. Sein Gehalt beträgt durchschnittlich rund 57.000 Euro im Jahr.

Der HR-Leiter oder Personalchef

An der Spitze der Karriereleiter wartet der HR-Chef-Titel. Dieser reicht vom "Leiter HR" bis hin zum "Director of Human Resources". Hier hängt das Gehalt stark von der Unternehmensgröße ab.

In großen Firmen mit über 1.000 Mitarbeitern führt der Personalchef einen gut gefüllten Terminkalender. Er verantwortet die Personalpolitik des Unternehmens und berichtet direkt an die Geschäftsführung oder den CEO. Er führt HR-Teamleiter und die verschiedenen Abteilungen – auch weltweit. In global agierenden Unternehmen müssen HR-Chefs eine sehr hohe Reisebereitschaft haben und über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. 

Das Maß an Verantwortung und die Komplexität der Arbeit führen am Ende zu einem stattlichen Gehalt im sechsstelligen Bereich. Über 120.000 Euro im Jahr sind in international agierenden Betrieben fast schon die Regel. Auch in kleinen bis mittleren Firmen können sich die Löhne durchaus sehen lassen. In Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern sind 60.000 Euro keine Seltenheit.

HR: Ein Mekka für Quereinsteiger

Laut der Analyse von Compensation Partner gibt es selten so viele Quereinsteiger wie im Personalwesen. Über 50 Prozent der Beschäftigten in diesem Bereich kommen nicht aus den Wirtschaftswissenschaften. Unter den vielen Quereinsteigern finden sich neben Juristen, Sozialwissenschaftlern oder Psychologen auch Ingenieure, Geschichts-, Sprach- und Kulturwissenschaftler sowie HR-Manager mit abgeschlossenem Lehramtsstudium. Durch die interdisziplinäre Vielfalt erhält der Beruf des Personalmanagers seinen ganz besonderen Charme, weil das Kollegium aus vielen unterschiedlichen Bereichen und Erfahrungen besteht.


Über den Autor: Artur Jagiello ist Leiter Kommunikation bei der COP Compensation Partner GmbH.

Schlagworte zum Thema:  Personalchef, Personalleiter, Karriere

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