Gehaltsvorstellungen der Generation Y
Für das aktuelle GenY-Barometer hat die Jobbörse Absolventa Jobnet gemeinsam mit der Fachhochschule Koblenz mehr als 700 Berufsstarter befragt. 85 Prozent der Teilnehmer sagen, dass ein hohes Einkommen für sie eine wichtige oder sehr wichtige Rolle spielt, wenn sie ins Berufsleben einsteigen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen: Mit einem Bachelorabschluss sollen es für mehr als 68 Prozent der Befragten mehr als 32.000 Euro sein, mit Masterabschluss erwarten 72 Prozent der Befragten mehr als 40.000 Euro, weitere 21 Prozent gar mehr als 48.000 Euro pro Jahr. Auch was das ideale Wunschgehalt im Laufe ihrer Karriere betrifft hat die Generation Y ambitionierte Vorstellungen: Immerhin fast ein Viertel (24 Prozent) von ihnen möchten im Laufe ihrer Berufslaufbahn ein Jahresgehalt von mehr als 100.000 Euro erreichen – zusätzliche 28 Prozent mehr als 70.000 Euro.
Nach dem Berufsstart ist vor der Gehaltserhöhung
Interessant für Arbeitgeber ist der Aspekt, dass akademische Berufsstarter, keinesfalls erst einmal zufrieden gestellt sind, wenn sie mit ihrem Wunschgehalt ihren Job beginnen. Denn: Fast zwei Drittel (64 Prozent) der im GenY-Barometer Befragten erwarten bereits nach einem Jahr die erste Gehaltserhöhung. „Berufsstarter übernehmen ihre gehaltlichen Vorstellungen oft aus den Medien oder aus Karriereführern. Das führt zu einer Erwartungshaltung, von der Kandidaten dann in der Bewerbungsphase ungern abrücken. Dabei sollten Arbeitgeber wie Bewerber ihre Vorstellungen in Relation zu dem jeweiligen Standort, dem Gehaltsniveau im Unternehmen sowie zu dem jeweiligen Wettbewerb stellen“, kommentiert Prof. Dr. Christoph Beck von der FH Koblenz die Ergebnisse des GenY-Barometers.
Variables Gehalt als Anreiz – für die Generation Y kein Problem
Sehr flexibel zeigt sich die GenY, wenn es darum geht, Ihr Gehalt an ihren beruflichen Leistungen messen zu lassen. Sechs von zehn Berufsstartern finden einen erfolgsbezogenen Gehaltsanteil attraktiv. Das ist vor allem ein Ansporn für männliche Berufsstarter. 70 Prozent von ihnen sind bereit im Gehalt erfolgsabhängige Zugeständnisse zu machen: 27 Prozent akzeptieren einen variablen Anteil von 16-20 Prozent, weitere 25 Prozent gar einen noch höheren. Im Vergleich dazu die Frauen: Von ihnen finden „nur“ 49 Prozent eine solche Lösung attraktiv und für die Mehrheit sollte der Anteil auch nur im höchsten Fall 15 Prozent betragen.
Lohnzusatzleistungen sind gern gesehener Ausgleich
Ein wichtiges Ergebnis für Arbeitgeber, die begehrten Bewerbern kein Gehalt nach deren Vorstellungen anbieten können: Die GenY ist mit Lohnzusatzleistungen zu locken. Ganz hoch im Kurs dabei: Kostenübernahme von Weiterbildungsangeboten, ein 13. Monatsgehalt oder drei zusätzliche Urlaubstage. Die Arbeitsausstattung ist für die GenY indes kein Gehaltsbestandteil – das wenigstens antworten 68 Prozent der Befragten.
Angaben zum Gehalt in Stellenanzeigen erwünscht
Einen Wunsch haben Berufsstarter, wenn es um die Integration von Gehaltsangaben in den Bewerbungsprozess geht. So sollen diese schon in Stellenanzeigen oder auf Karrierewebseiten genannt werden. 86 Prozent der Befragten antworten, dass ihnen Angaben zum Einkommensrahmen die Entscheidung für eine Bewerbung erleichtern würden. Interessant: Selbst tun sich die Bewerber allerdings schwer damit, ihre eigenen Gehaltsvorstellungen zu formulieren (60 Prozent). Hauptgründe dafür: die Angst, sich die Chance auf ein Vorstellungsgespräch zu verbauen (80 Prozent) sowie fehlende Quellen, die verlässliche Anhaltspunkte zu realistischen Gehältern geben (68 Prozent).
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