Wie sich der Arbeitsmarkt bis 2030 verändert
Das World Economic Forum hat den fünften "Future of Jobs Report 2025" veröffentlicht, der zentrale Trends und Herausforderungen für den globalen Arbeitsmarkt bis 2030 analysiert. Die DGFP ist im Rahmen ihrer Aktivitäten im europäischen Verband EAPM erstmals Partnerin der Studie und veröffentlicht die deutschlandspezifischen Ergebnisse. Der Bericht beleuchtet, wie sich Makrotrends auf die Arbeitsplätze und Kompetenzen auswirken und welche Strategien die Arbeitgeber als Reaktion darauf planen.
Technologischer Wandel
Fortschritte in Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und digitaler Infrastruktur gehören zu den stärksten Treibern für den Arbeitsmarkt. Rund 60 Prozent der weltweit befragten Unternehmen erwarten, dass diese Trends ihre Geschäftsmodelle transformieren werden. 88 Prozent der weltweit befragten Arbeitgeber erwarten, dass KI und Big Data bis 2030 verstärkt als Kompetenzen eingesetzt werden, in Deutschland sehen dies sogar 90 Prozent der befragten Unternehmen.
Steigende Lebenshaltungskosten
Die steigenden Lebenshaltungskosten werden als zweitwichtigster transformativer Trend identifiziert. Rund 50 Prozent der weltweit befragten Unternehmen gehen davon aus, dass dieser Trend die Transformation bis 2030 nachhaltig verändern wird – auch wenn die globale Inflation voraussichtlich sinken dürfte. In Deutschland sind dies mit 48 Prozent etwas weniger. Die wirtschaftlichen Herausforderungen, einschließlich eines verlangsamten Wachstums, könnten jedoch weltweit 1,6 Millionen Arbeitsplätze gefährden. Als Antwort auf diese Entwicklung steigt die Nachfrage nach Skills wie Kreativität, Resilienz, Flexibilität und Agilität.
Klimawandel und grüne Transformation
Klimaschutzmaßnahmen und nachhaltige Energien sind der drittwichtigste Trend weltweit, 47 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass dieser Trend ihr Unternehmen verändern werden. In Deutschland schätzen sogar 60 Prozent die befragten Unternehmen die Klimaschutzmaßnahmen als relevanten Trend ein. Berufe wie Ingenieure für erneuerbare Energien, Umwelttechniker und Spezialisten für autonome Fahrzeuge werden damit an Bedeutung gewinnen. Zudem wird auch ein verstärkter Fokus auf ökologische Verantwortung unter den Zukunftskompetenzen gesehen.
Fachkräftemangel und Umschulung
Bis 2030 benötigen 59 Prozent (Deutschland: 60 Prozent) der Arbeitskräfte eine Umschulung. Dafür planen 85 Prozent der befragten Unternehmen, die Weiterbildung zu priorisieren. Gefragt sind neben technologischen Fähigkeiten auch kreative Denkweisen, Resilienz und lebenslanges Lernen.
Strukturelle Veränderungen erfordern Re- und Upskilling
Der Bericht prognostiziert, dass bis 2030 weltweit 22 Prozent der derzeitigen Arbeitsplätze durch strukturelle Veränderungen entweder neu geschaffen oder abgebaut werden. Dies führt zu einem Nettozuwachs von 7 Prozent aller Jobs – rund 78 Millionen neue Stellen. Damit sehen Arbeitgeber – weltweit sowie in Deutschland – einerseits die Notwendigkeit, ihre Mitarbeitenden umzuschulen bzw. weiterzubilden, anderseits sehen sie auch die Relevanz, neue Mitarbeitende einzustellen, die die neuen erforderlichen Skills und Kompetenzen mitbringen.
Technologische Skills und überfachliche Kompetenzen gleichermaßen wichtig
Kai Helfritz, Leiter Mitgliedermanagement und Kooperationen bei der DGFP, hat die Studie im Rahmen der Arbeitsgruppe "Insights and Surveys" des European Association for People Management (EAPM), begleitet. Er sagt: "Der 'Future of Jobs Report 2025' zeigt eindrucksvoll, wie dynamisch und vielseitig die Veränderungen in der Arbeitswelt sind. Insbesondere sehen wir, dass technologisch getriebene Skills und überfachliche Kompetenzen gleichermaßen entscheidend für die Zukunft sind, das richtige Zusammenspiel beider Kompetenzarten wird immer wichtiger sein. Dabei sind Technologietrends einerseits die zentralen Treiber für die Entstehung neuer Berufe, haben jedoch gleichzeitig den größten Einfluss auf den Wegfall bestehender Jobs. Dadurch prägen sie letztlich in erheblichem Maße die Anforderungen an zukünftige Kompetenzen." DGFP-Geschäftsführer Ralf Steuer ergänzt: "Die globalen Herausforderungen – von geopolitischen Spannungen bis hin zu den Auswirkungen des Klimawandels – machen deutlich, wie wichtig es ist, internationale Perspektiven in die Strategien der Unternehmen einzubinden."
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