Mitarbeiterorientiert führen in der Praxis: sechs Grundsätze
Bei der mitarbeiterorientierten Führung stehen die Mitarbeiter im Fokus, denn das Konzept orientiert sich an deren Grundbedürfnissen und Sehnsüchten. Wer sich darauf einlässt, kann es schaffen, mit dieser Art zu führen auf günstige Weise die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter zu steigern – wie eine Reihe von Studien nahelegt. Dennoch scheuen sich bislang viele Führungskräfte davor, die Theorie in die Praxis umzusetzen: Klassische Vorbehalte sind etwa die Angst der Vorgesetzten vor der Macht der Mitarbeiter oder davor, deren Bedürfnisse überhaupt anzusprechen.
Dabei lassen sich Prinzipien mitarbeiterorientierter Führung mit wenig Aufwand in die Praxis umsetzen. Wie das gelingen kann, zeigen die folgenden Grundsätze, die die School of Facilitating zusammengestellt hat. Wir stellen die sechs Anregungen des Trainingsanbieters in gekürzter Form vor.
Grundsatz 1: Überzeugen Sie mit Herz und Hirn.
Lernen, Entwicklung und Fortschritt braucht vor allem eines: emotionale Beteiligung. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, wofür Sie stehen und wo Sie Ihr Team hinführen wollen. Vernachlässigen Sie dabei nicht die Ängste, Sorgen und Wünsche Ihrer Mitarbeiter. Dabei ist Ihr Einfühlungsvermögen gefragt, denn Ihr Herzschlag für gemeinsame Ziele und Ihre Empathie befeuert ganz wesentlich die positive Team-Energie.
Grundsatz 2: Leben Sie Vertrauen.
Emotionalität und Verständnis geraten zu Worthülsen, wenn ein Chef seinen Mitarbeitern nicht wirklich vertraut. Durch Loslassen und Fördern, durch die Abgabe von Kontrolle und die Übertragung von Verantwortung zeigen Sie Vertrauen in die Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter und stellen so die innere Bezogenheit untereinander und zu anstehenden Herausforderungen her.
Grundsatz 3: Stellen Sie Offenheit für neue Perspektiven her.
Ihre Mitarbeiter verfügen nicht nur über Detailkenntnisse in ihrem Arbeitsbereich, sondern auch über ein sehr genaues Bild notwendiger Maßnahmen und Veränderungen für die Zukunft. Bergen Sie diesen Ideenschatz: Hören Sie achtsam zu und üben Sie sich in Offenheit auch für ungewöhnliche Perspektiven. Dadurch entsteht ein ideenfreundliches Klima, das Ihre Mitarbeiter beflügelt und wertvolle neue Ansätze zu Tage fördert.
Grundsatz 4: Erkennen sie leise Signale und nehmen Sie Widerstände ernst.
Druck und Belastung in der Arbeitswelt nehmen zu. Eine Führungskraft tut deshalb gut daran, Widerstände im Team rechtzeitig wahrzunehmen. Achten Sie schon auf leise Signale und nehmen Sie die Grenzen ernst, die die Mitarbeiter aufzeigen. Überprüfen Sie Zielerreichungsparameter und Arbeitstempo. Etablieren Sie eine Kultur, die Fehler zu Lernfeldern machen. Mit einer gründlichen Überprüfung der einzelnen Arbeitsschritte entwickeln Sie und Ihre Mitarbeiter so möglicherweise die tragfähigeren Lösungen – und verstärken ein Klima des Vertrauens und der Entwicklung.
Grundsatz 5: Zeigen Sie Wertschätzung und Anerkennung, gestalten Sie Beziehung.
Anerkennung ist der Sauerstoff für menschliche Beziehungen, so ein deutsches Sprichwort. Allerdings: Sie sollte aufrichtig sein. Das regelmäßige, differenzierte und konstruktive Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist die tragende Säule für einen wertschätzenden, vertrauensvollen und motivierenden Umgang miteinander.
Grundsatz 6: Seien Sie ein Vorbild – auch in komplexen Situationen.
Führung erfordert, in komplexen und ambivalenten Situationen zu entscheiden. Die eine, richtige Lösung gibt es in aller Regel nicht. Eine Führungskraft muss also bereit sein, das vertraute Denken und Verhalten immer wieder zu hinterfragen. Die innere Haltung entscheidet, wie offen eine Führungskraft für Erneuerung oder Verbesserung ist. Zuversicht, Vertrauen in die Zukunft und Gestaltungswillen: Diese drei Eigenschaften sorgen für Orientierung und Ansporn bei den Mitarbeitern.
Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unserem Top-Thema "Mitarbeiterorientierte Führung".
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