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| Fehlbesetzungen vermeiden

Dos and Don'ts im Recruiting

Recruiting-Erfolg oder Fehlbesetzung? Zweiteres kann teuer werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Fehlentscheidungen im Recruiting sind teuer. Doch trotzdem passieren sie häufig, wie eine Umfrage belegt. Viele der befragten Personaler suchen den Grund dafür bei den Bewerbern und im Fachkräftemangel - statt einige Recruiting-Grundregeln zu beherzigen.

In einer Umfrage der Hay Group beziffern über die Hälfte der Personalmanager die Kosten, die entstehen, wenn ein Job neu besetzt werden muss, auf mehr als 6.000 Euro.

Doch eine hohe Erfolgsquote haben die Personaler nicht aufzuweisen: In der Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half gaben 80 Prozent von 200 Befragten an, schon einen Mitarbeiter eingestellt zu haben, der unter den an ihn gestellten Anforderungen zurückgeblieben ist. Zudem geben die HR-Manager zu, dass etwa jeder zehnte Mitarbeiterwechsel auf einer Fehlentscheidung beim Recruiting beruhe.

Befürchtung: Arbeitsmoral könnte leiden

Doch in den zusätzlich entstehenden Kosten sehen die Befragten auch nicht das Hauptproblem: Nur zwölf Prozent geben dies an. Vielmehr fürchten ganze 52 Prozent, dass ihre personellen Fehlentscheidungen zu Produktivitätsverlust des Unternehmens führen könnten. Für mehr als jeden dritten Befragten (35 Prozent) ist die größte Sorge, eine Fehleinstellung wirke sich negativ auf die Arbeitsmoral aus und stifte Unruhe im Team. Diese Tendenz der Ergebnisse ist unabhängig von der Größe der Unternehmen, in denen die Befragten tätig sind.

Fachkräftemangel als Grund für Fehlbesetzungen

Entsprechend sieht eine große Mehrheit der Personalentscheider (80 Prozent) das Recruiting als große Herausforderung an. Allerdings schieben sie die Verantwortung für Fehlentscheidungen offenbar von sich weg. Vielmehr begründen sie Fehlbesetzungen mit dem Fachkräftemangel. Mit dem Mangel an Fachkräften mit Spezialwissen oder für Nischenbereiche begründen 69 Prozent der Befragten die Probleme bei der Personalsuche. Je 15 Prozent beklagen zudem die unzureichenden kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse von Bewerbern und einen zu starken Wettbewerb um die besten Fachkräfte.

"Dos & Don’ts" im Recruiting

Die Studienautoren von Robert Half haben auf Basis dieser Ergebnisse einige "Dos and Don’ts" zusammengefasst, die Recruiter in ihrer Arbeit beachten sollten:

Zu vermeidenZu verfolgen
Im Alleingang rekrutieren Holen Sie sich Feedback von Kollegen zum Anforderungsprofil der offenen Stelle.
Zu viel erwartenUnterscheiden Sie zwischen Fähigkeiten, die für die Stelle unabdingbar sind und solchen, die entwickelt werden können.
Auf Standard-Stellenanzeigen zurückgreifen Erstellen Sie passgenaue Stellenanzeigen und fügen Sie interessante Details ein, wie Teamgröße, Berichtslinie, Unternehmenswerte, Weiterbildungsangebote und ein Link zur Karriereseite.
Über Quellen suchen, die andere auch nutzenBetreiben Sie Active Sourcing im passiven Bewerbermarkt. Viele festangestellte Kandidaten sind offen für interessante Stellenangebote. Führen Sie Mitarbeiterprogramme ein und prämieren Sie erfolgreiche Empfehlungen.
Zu lange wartenSprechen Sie ein Angebot aus, sobald Sie einen Favoriten identifiziert haben. Sie riskieren sonst, Ihren Wunschkandidaten an die Konkurrenz zu verlieren. 
Die Lösung im Internet erwarten Online-Tools können sehr wertvoll sein, die persönliche Interaktion ist jedoch der wichtigste Aspekt im Recruiting-Prozess. Bauen Sie sich eine Bewerber-Pipeline auf. 
Ein niedriges Gehalt anbieten Bieten Sie ein marktübliches Gehaltspaket an. Orientieren Sie sich dabei an Gehaltsübersichten.

 

Haufe Online Redaktion

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