Organisationen sind kulturell noch kaum auf die digitale Transformation eingestellt
Für den HR-Report 2015/2016 hat das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) im Auftrag des Personaldienstleisters Hays wieder über 500 Führungskräfte nach den wichtigsten HR-Themen und deren Umsetzung befragt.
Als wichtigstes HR-Thema kristallisierte sich in diesem Jahr die Unternehmenskultur heraus. 41 Prozent der Befragten stuften eine Weiterentwicklung der Kultur als wichtiges Handlungsfeld für HR ein. Weitere Top-Themen sind die Mitarbeiterbindung (38 Prozent) und die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit (34 Prozent). Wie schon in den vergangenen Jahren befinden sich also ausschließlich weiche Themen auf den ersten Plätzen.
Unternehmenskultur noch nicht bereit für mentale Verankerung des digitalen Wandels
Aber gerade auf diesen Feldern handeln Unternehmen offenbar noch zu wenig, denn hier zeigten sich bei der Befragung große Lücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Die als nicht so bedeutend angesehenen harten Themen werden besser umgesetzt, weil sie schneller zu realisieren sind.
Alarmierend ist auch, dass nur 16 Prozent es als Top-Thema einstufen, die Mitarbeiter auf die digitale Transformation vorzubereiten. Aber dies ist nur eines von vielen Indizien dafür, dass vielen Unternehmen noch die kulturelle Disposition fehlt, um den digitalen Wandel auch mental in der eigenen Organisation zu verankern.
Kommunikation, Führung und Veränderungsbereitschaft prägen die Unternehmenskultur am stärksten
Dokumentieren lässt sich diese Diskrepanz an den Themen, die die Unternehmenskultur am stärksten prägen: Dies sind laut der Befragten Kommunikation (34 Prozent), Führung (26 Prozent) und Veränderungsbereitschaft (25 Prozent). Dagegen erhalten die Bereiche Transparenz (10 Prozent), Partizipation (4 Prozent) und Vielfalt (2 Prozent) nur geringe Werte. In allen sechs Feldern sind die befragten Unternehmen nach Aussagen der befragten Entscheider nur befriedigend aufgestellt. „Die teilweise großen Unterschiede zwischen der hohen Bedeutung der weichen Themen und ihrer ungleich geringeren realen Umsetzung wirken sich negativ auf die Leistung von Unternehmen aus. Je schneller Unternehmen diese Lücken schließen, umso positiver wird sich ihr Geschäft entwickeln“, kommentiert Klaus Breitschopf, CEO der Hays AG, die empirischen Ergebnisse.
Zu geringes Veränderungstempo, kein offener Umgang mit kritischen Themen
Nicht einmal jeder fünfte Befragte sieht, dass seine Organisation das notwendige Tempo für die Umsetzung von Veränderungen vorgibt. Auch der aktive Umgang mit Veränderungen ist noch nicht einmal in der Hälfte der Unternehmen umgesetzt. In vielen Bereichen klafft ein große Lücke zwischen Soll und Ist. So ist beispielsweise der offene Umgang mit kritischen Themen für 81 Prozent der Befragten wichtig, jedoch nur für 23 Prozent bereits umgesetzt. Eine Feedbackkultur ist häufig noch nicht etabliert und über Hierarchien hinweg findet keine offene Kommunikation statt. Diese drei kommunikativen Aspekte bilden jedoch die Basis für einen erfolgreichen unternehmerischen Wandel hin zur einer digitalen Welt.
Digitale Transformation: Ein Dreiklang aus technische Innovation, Prozessinnovation und sozialer Innovation
„Auf dem Weg in die neue digitale Welt müssen Unternehmen nicht nur technologische und prozessuale Themen vorantreiben, sondern gleichzeitig ihre Kultur verändern und neu gestalten. Denn ohne soziale Innovation gelingt der digitale Wandel nicht“, ist Prof. Dr. Jutta Rump, Leiterin des IBE, überzeugt.
Der Dreiklang für eine erfolgreiche digitale Transformation lautet daher in dieser Reihenfolge: technische Innovation, Prozessinnovation und soziale Innovation.
Den vollständigen HR-Report 2015/16 können Sie hier herunterladen.
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