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Aus dem Meister-BAföG wird das Aufstiegs-BAföG

Neues Aufstiegs-BAföG: Wenn die Meister-Prüfung bestanden wird, werden künftig 40 Prozent des Darlehens erlassen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Meister-BAföG heißt ab sofort Aufstiegs-BAföG und soll die Durchlässigkeit im Bildungssystem erhöhen. Mit der im Frühjahr beschlossenen Reform steigen ab  1. August unter anderem die Förderbeiträge für den Lebensunterhalt und die Lehrgangskosten sowie der sogenannte Erfolgsbonus.

Mit dem Meister-BAföG werden etwa angehende Handwerks- oder Industriemeister, Techniker, Fachkaufleute, Betriebsinformatiker oder auch künftige Erzieher gefördert. Sie können Unterstützung für Meisterkurse oder vergleichbare Abschlüsse erhalten. „Das Meister-BAföG ist das größte und erfolgreichste Förderinstrument für die berufliche Weiterbildung und wir machen es jetzt noch attraktiver“, so Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Aus ihrer Sicht seien "berufliche und akademische Ausbildung gleichwertig", betonte Wanka angesichts von immer mehr Studenten und einem Mangel an Lehrlingen in Deutschland. Das neue, höhere Meister-Bafög schaffe auch mehr Durchlässigkeit zwischen beiden Bereichen. "Auch der Wechsel an eine Hochschule ist möglich." Die Reform tritt am 1. August in Kraft und wird bis 2019 über 100 Millionen Euro kosten.

Das Meister-BAföG ist ein erfolgreiches Instrument

1,7 Millionen berufliche Aufstiege wurden seit der Einführung des Meister-BAföGs im Jahr 1996 gefördert. 2015 wurden über das Meister-Bafög nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 162.000 Berufstätige unterstützt - erstmals seit sieben Jahren gab es mit 5,7 Prozent allerdings ein Minus. Insgesamt standen dafür 558 Millionen Euro zur Verfügung.

Die bestandenen Meisterprüfungen – 22.400 im Jahr 2014 – sind seit Jahren recht stabil. Dies wird vom Zentralverband des Deutschen Handwerks auch auf das Meister-BAföG zurückgeführt.

Neues Aufstiegs-BAföG: Höchstbetrag steigt auf 768 Euro

Der Höchstbeitrag für Alleinstehende steigt von 697 auf 768 Euro im Monat, für Alleinerziehende von 907 auf 1003 Euro, für Verheiratete mit einem Kind von 1122 auf 1238 Euro, für Verheiratete mit zwei Kindern von 1332 auf 1473 Euro.

Der einkommensunabhängige maximale Maßnahmebeitrag (Förderung der Lehrgangskosten) steigt von 10.226 Euro auf 15.000 Euro. Der Zuschussanteil hierauf wird von 30,5 Prozent auf 40 Prozent erhöht. Der einkommensunabhängige Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende wird von 113 auf 130 Euro erhöht.

Veränderter Erfolgsbonus

Mit einem „Attraktivitätspaket Meisterstück“ werden die Materialkosten für das Meisterprüfungsprojekt bis zu 2000 Euro gefördert (bisher 1.534 Euro) und ein Zuschussanteil (von 40 Prozent) erstmals eingeführt. Der mögliche Erlass des restlichen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungskosten bei Bestehen der Prüfung wird von 25 auf 40 Prozent erhöht.

Bislang wurden Vermögen der Teilnehmer auf den Unterhaltsbeitrag angerechnet, soweit sie 35.800 Euro übersteigen. Der Freibetrag steigt nun auf 45.000 Euro.  Falls Bachelorabsolventen einen Meisterkurs oder eine vergleichbare Fortbildung anstreben, können auch sie künftig gefördert werden.

Hintergrund: Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG)

Das von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) - sogenanntes "Meister-BAföG" - begründet einen individuellen Rechtsanspruch auf Förderung von beruflichen Aufstiegsfortbildungen, d. h. von Meisterkursen oder anderen auf einen vergleichbaren Fortbildungsabschluss vorbereitenden Lehrgängen. Das "Meister-BAföG" unterstützt die Erweiterung und den Ausbau beruflicher Qualifizierung und stärkt damit die Fortbildungsmotivation des Fachkräftenachwuchses. Über die Darlehensteilerlasse hinaus werden Anreize zum erfolgreichen Abschluss und den Schritt in die Selbstständigkeit geschaffen. Mit Inkrafttreten der dritten Novelle des AFBG (3. AFBGÄndG) wird aus dem „Meister-BAföG“ das neue „Aufstiegs-BAföG“.

 

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dpa/Haufe Online Redaktion

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