Neue Bundesländer verlieren Studierende nach Studienabschluss
Am Übergang von Hochschule zu Beruf stellen sich im Leben junger Absolventen wichtige Weichen. Wo will man zukünftig leben? Wo arbeiten? Und wo möglicherweise eine Familie gründen? Diese Fragen hat der Personaldienstleister Studitemps in Zusammenarbeit mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University 18.700 Studierenden und Absolventen gestellt. Das Ergebnis: Nur Hamburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg können am Übergang von der Hochschule in den Berufseinstieg mit einem positiven Wanderungs-Saldo rechnen.
Binnenmigration von Hochschulabsolventen: Diese Bundesländer profitieren
Diese Länder erhalten mehr Absolventen, als sie Studierende ausgebildet haben:
1. Hamburg + 159,6 %
2. Berlin + 78,4 %
3. Bayern + 10,3 %
4. Baden-Württemberg + 7,2 %
Für Hamburg steht also beispielweise ein Saldo von knapp 160 Prozent. Das bedeutet, dass auf 100 Hamburger Studierende 260 Absolventen kommen, die nach dem Abschluss in Hamburg bleiben, oder aus anderen Bundesländern nach Hamburg ziehen.
Abwanderung von Absolventen: "Verlierer" sind vor allem die neuen Bundesländer
Die anderen zwölf Bundesländer bilden mehr Studierende aus, als sie Absolventen anziehen beziehungsweise im Land halten. Unter den letzten vier Plätzen finden sich drei neue Bundesländer. Folgende Länder bilden das Schlusslicht:
1. Sachsen-Anhalt - 64,0 %
2. Brandenburg - 57,1 %
3. Thüringen - 49,0 %
4. Rheinland-Pfalz - 40,1 %
Ausbildungskosten: Neue Bundesländer zahlen für Hamburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg
“Aus der Studie ziehen wir zwei Schlüsse. Der Osten verliert massiv Absolventen, während Stadtstaaten und wirtschaftlich ohnehin starke Regionen gewinnen. Und: Die Wanderungsbewegungen ziehen einen indirekten Länderfinanzausgleich mit sich. Jeder Student, der in einem Bundesland ausgebildet wird, kostet das Land auch Geld. Jeder Absolvent, der nicht am Ausbildungsort bleibt, sondern in ein anderes Bundesland wechselt, überträgt damit in ihn investierte Bildungskosten. Hamburg macht dabei ein Plus von 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Sachsen-Anhalt investiert auf diesem Weg jährlich knapp 304 Millionen Euro, die anderen Länder zu Gute kommen”, erklärt Eckhard Köhn, CEO des Personaldienstleisters Studitemps, der sich auf Studentenjobs spezialisiert hat.
"Studierende früh in den Arbeitsmarkt integrieren”
Um die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften zu verhindern, empfiehlt Köhn, Studierende schon frühzeitig an den regionalen Arbeitsmarkt zu binden: “Unternehmen und Länder müssen um die zukünftigen Fachkräfte werben, wenn sich diese noch in der Ausbildung befinden. Angebote für Absolventen sind wichtig, gleichzeitig müssen aber auch die Studierenden schon früh an eine Region gebunden werden. Das klappt zum Beispiel durch attraktive und studiennahe Studentenjobs, die bereits Aufstiegschancen bieten, und durch frühzeitige Übernahmeangebote für zukünftige Absolventen."
Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.studitemps.de.
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