17.11.2016 | Top-Thema Agilität

Definition: Agilität als höchste Form der Anpassungsfähigkeit

Kapitel
Vorbild Chamäleon: Agilität ist die höchte Form der Anpassungsfähigkeit einer Organisation an die Umwelt.
Bild: pixabay

Was bedeutet eigentlich der Begriff Agilität und wie kann ein Unternehmen agil werden? Betrachtet man die verschiedenen Definitionen von Agilität in der Literatur, so kristallisiert sich heraus, dass die agile Organisation im wesentlichen durch sechs Dimensionen gekennzeichnet ist.

In der Literatur wird unter Agilität die Fähigkeit eines Unternehmens verstanden, sich kontinuierlich an seine komplexe, turbulente und unsichere Umwelt anzupassen. Zudem muss es sich schnell an interne und externe Veränderungen anpassen, indem es die Fähigkeit entwickelt, diese Veränderungen möglichst rechtzeitig zu antizipieren, selbst innovativ und veränderungsbereit zu sein, ständig als Organisation zu lernen und dieses Wissen allen relevanten Personen zur Verfügung zu stellen. So wird Agilität zu einem essenziellen Faktor für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und damit für das Überleben eines Unternehmens.

Die agile Organisation: schlank, flexibel, kundenorientiert

Betrachtet man eine Vielzahl unterschiedlicher Beiträge zum Thema Agilität, so kann man bestimmte Eigenschaften und Besonderheiten derjenigen Organisationen identifizieren, die immer wieder als charakteristisch für agile Organisationen beschrieben werden. Dabei handelt es sich zumeist um flexible und schlanke, innovative und kundenorientierte, mitarbeiterkompetenzorientierte, sich auf neue Technologien stützende Organisationen, die Marktentwicklungen frühzeitig erkennen und sich bei den Strukturen und Prozessen wie bei den Personen (quantitativ und qualitativ) und Kulturen schnell anpassen. Das Grundprinzip ist: Schnelles und richtiges Anpassen fördert das Überleben! Dieses Grundprinzip ist entnommen aus der Evolutionstheorie sowie aus Gedanken der Kontingenztheorie.

Anpassung an interne und externe Veränderungen

Die Evolutionstheorie argumentiert, dass die Entwicklung von Organisationsstrukturen einem evolutionären Prinzip folgt, das in zwei alternativen Varianten auftritt: Die Organisationsumwelt (exogen) und/oder die Organisationsinwelt (endogen) determinieren den Evolutionsprozess. Danach gibt es drei Gründe, warum Organisationen nur in geringem Maße fähig sind, sich an Umweltveränderungen anzupassen.

  • Im Unternehmen gibt es unterschiedliche Interessengruppen, die unterschiedliche Ziele verfolgen.
  • Es existieren nur unvollkommene Informationen über Zweck-Mittel-Beziehungen.
  • Und schließlich gibt es das Phänomen der Trägheit von Organisationen.

Agilität ist das Gegenteil von organisationaler Trägheit

Die organisationale Trägheit lässt sich in interne und externe Hindernisse einteilen. Die internen Hindernisse können nicht getätigte Investitionen, fehlendes Know-how oder innerer Widerstand gegen Veränderung sein. Die externen Hindernisse können Markteintritts- und Marktaustrittsbarrieren oder die finanzielle Belastung für die Beschaffung des nötigen Know-hows sein.

Fazit: Agilität sichert das Überleben von Organisationen

Aus den oben beschriebenen Erkenntnissen lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen, die für die Definition des Begriffs "Agilität"essentiell sind:

  • Agilität ist eine wichtige Voraussetzung für die Anpassung an eine sich verändernde Umwelt sowie an eine veränderte Inwelt, was das Überleben von Organisationen sichert.
  • Das Gegenteil von Agilität ist die Trägheit eines Unternehmens.

 

Download-Tipp:

Studie: Wie agil sind deutsche Unternehmen?

Schlagworte zum Thema:  Agilität

Aktuell

Meistgelesen