Teilzeitarbeit: Besonderhei... / 1.4 Berechnung des Urlaubsentgelts

Nach § 1 BUrlG hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Fortzahlung seines Arbeitsentgelts während des Erholungsurlaubs (Urlaubsentgelt). Gemäß § 11 Abs. 1 BUrlG bemisst sich das Urlaubsentgelt nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten 13 Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat. Dazu gehören auch unregelmäßige Verdienstbestandteile wie etwa Akkordlohn, Provisionen oder andere Formen des Leistungslohns. Außer Betracht bleiben Überstundenvergütungen, Aufwendungsersatz und solche Lohnbestandteile, die dem Arbeitnehmer zwar aufgrund seines Arbeitsvertrags zufließen, mit denen aber nicht die Arbeitsleistung im Referenzzeitraum abgegolten wird. Das trifft insbesondere auf Einmalleistungen wie Gratifikationen, Tantiemen und Gewinnbeteiligungen, Jubiläumsgelder sowie beihilfeähnliche Leistungen zu.[1]

Ist die Arbeitszeit an jedem Tag der betriebsüblichen Arbeitswoche gleichmäßig um einige Stunden verkürzt, so kann für die Berechnung die mit dem Teilzeitbeschäftigten individuell vereinbarte Arbeitszeit zu der Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten ins Verhältnis zu setzen und ein entsprechend reduziertes Urlaubsentgelt zu zahlen. Hiervon abzugrenzen ist das sog. Urlaubsgeld, das in Tarif- und Arbeitsverträgen zusätzlich als Sonderzuwendung an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird.

Ist die Arbeitszeit ungleichmäßig auf die betriebsübliche Arbeitswoche verteilt und wird kein verstetigter Monatslohn gezahlt, so erfolgt die Ermittlung des Urlaubsentgelts wie folgt.

1. Rechnungsschritt:

Zunächst ist die Anzahl der fortzuzahlenden Arbeitstage zu ermitteln.

 
Praxis-Beispiel

Berechnung des Urlaubsentgelts

Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer arbeitet in Wechselschicht gemäß dem in Abschn. 1.3.2 genannten Beispiel. Ihm stehen 26,24 Urlaubstage auf Basis von 6 Werktagen pro Woche zu. Er will 12 Tage Urlaub nehmen.

2. Rechnungsschritt:

Alsdann ist nach § 11 Abs. 1 BUrlG der durchschnittliche Tagesverdienst der letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs zu berechnen.

 

Fortsetzung des Beispiels: Urlaubsentgelt

Der Arbeitnehmer hat in den letzten 13 Wochen einen Gesamtverdienst von 5.000 EUR erzielt.

Die Ermittlung des durchschnittlichen Tagesverdienstes erfolgt nach der Formel:

 
durchschnittliche Tagesverdienst = Arbeitsentgelt = 5.000 EUR   = 64,10 EUR
Arbeitstage 78 Arbeitstage

3. Rechnungsschritt:

Für jeden folgenden Arbeitstag, an dem der Teilzeitbeschäftigte wegen seines Urlaubs von der Arbeitspflicht freigestellt ist, erhält er somit ein Urlaubsentgelt von 90,11 EUR. Bei 12 Urlaubstagen ergibt sich daraus ein Urlaubsentgelt von 1.090,91 EUR.

Gelegentlich kommt es vor, dass während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs Verdiensterhöhungen oder -kürzungen eingetreten sind. Hierzu bestimmt § 11 Abs. 1 Satz 2 BUrlG, dass zumindest eine Verdiensterhöhung, wenn sie nicht nur vorübergehender Natur ist, als Maßstab für die Höhe des Urlaubsentgelts heranzuziehen ist. Bei der Berechnung des Urlaubsentgelts ist der Arbeitnehmer so zu stellen, als ob er im gesamten Berechnungszeitraum den erhöhten Verdienst gehabt hätte. Hierbei sind Tariflohnerhöhungen zu berücksichtigen, aber auch Verdiensterhöhungen, die darauf beruhen, dass der Arbeitnehmer nach erfolgreicher Ablegung einer Ausbildung aufgestiegen ist.[2] Dagegen bleiben Verdienstkürzungen infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen und unverschuldeter Arbeitsversäumnis bei der Berechnung außer Betracht.

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