Projektmanagement im BGM / 3.1 Auswahl Phasenmodell

Zu Beginn der Planung ist zu überlegen, welches Phasenmodell für das Projekt zugrunde gelegt werden soll. In der Literatur lassen sich verschiedene Ablaufmodelle für ein BGM finden, die sich alle am klassischen Managementkreislauf orientieren. Lediglich in der Benennung oder Aufteilung der Planungsstufen gibt es Unterschiede. Die gängigen Phasenmodelle decken sich auch mit den Anleitungen der DIN SPEC 91020, die darauf abzielen, in einem komplexen, sich ständig ändernden Umfeld, einen nachhaltigen Erfolg durch den Einsatz eines prozessorientierten BGM zu erreichen.

 
Wichtig

DIN SPEC 91020 zurückgezogen

Die DIN SPEC 91020 "Betriebliches Gesundheitsmanagement" ist zum 1.10.2020 zurückgezogen worden, da nun laut dem DIN-Normenausschuss Organisationsprozesse (NAOrg) alle wesentlichen Aspekte des BGM von der seit 2018 vorhandenen DIN ISO 45001 "Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" abgedeckt werden. Jedoch sind viele Formulierungen in der DIN SPEC 91020 für das Verständnis von BGM besser geeignet, weshalb diese als Leitfaden nach wie vor herangezogen und daraus auch zitiert wird.

So muss eine Organisation nach DIN SPEC 91020[1]

  • erforderliche BGM-Prozesse und deren Anwendung festlegen,
  • die Abfolge der Prozesse und ihre Wechselwirkungen festlegen,
  • erforderliche Kriterien und Methoden festlegen,
  • die Verfügbarkeit von Ressourcen und Informationen sicherstellen,
  • die Prozesse systematisch überwachen, messen und analysieren,
  • erforderliche Maßnahmen festlegen.

Ein Grund, warum die einzelnen Phasen in einem wiederkehrenden Rhythmus umgesetzt und das Erreichte regelmäßig auf seine Wirksamkeit geprüft werden sollte, ist die Gefahr, dass sich Gesundheitsaktivitäten manifestieren, die in der ursprünglichen Form nicht mehr sinnvoll sind. Dies zeigt sich z. B. bei Gesundheitsförderungsprogrammen durch sinkende Teilnehmerzahlen. Dieser Trend oder auch Veränderungen des Umfeldes (z. B. Gesetzesänderungen) erfordern ein permanentes Umdenken oder Anpassen von Maßnahmen.

In der Praxis hat sich das 6-Phasen-Modell in Abb. 3 bewährt. Es beinhaltet alle wesentlichen Qualitätskriterien, die für ein erfolgreiches BGM von Bedeutung sind.

Abb. 3: Das 6-Phasen-Modell für ein BGM

[1] Kaminski: Betriebliches Gesundheitsmanagement für die Praxis. Ein Leitfaden zur systematischen Umsetzung der DIN SPEC 91020, 2013, S. 73.

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