Praxis-Beispiele: Direktver... / 3 Arbeitgeberzuschuss bei Geringverdienern

3.1 Arbeitgeberzuschuss und Gehaltsumwandlung aus laufendem Arbeitslohn (20 EUR monatlich)

 

Sachverhalt

Ein Arbeitnehmer hat ein Gehalt von 2.200 EUR, Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge, keine Kirchensteuer, 0,9 % Zusatzbeitrag. Der Arbeitgeber hat 2018 für den Arbeitnehmer eine Direktversicherung abgeschlossen, die eine Versorgungsleistung in Form einer lebenslangen Rente vorsieht. Der Beitrag beträgt monatlich 40 EUR, davon werden 20 EUR durch Gehaltsumwandlung finanziert, und 20 EUR (1/12 von 240 EUR) werden vom Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn übernommen.

Wie ist die Direktversicherung lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen und abzurechnen?

Lösung

Für Arbeitgeber, die sog. Geringverdienern ab 2018 einen zusätzlichen Zuschuss zur Direktversicherung, zum Pensionsfonds oder zur Pensionskasse zahlen, gibt es einen Förderbeitrag, der direkt mit der abzuführenden Lohnsteuer verrechnet werden kann. Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, deren laufender Arbeitslohn im Zeitpunkt der Beitragsleistung nicht mehr als 2.200 EUR monatlich beträgt. Der Förderbeitrag wird für Zuschüsse ab 240 EUR bis maximal 480 EUR jährlich gewährt. Rückwirkend ab dem 1.1.2020 wurde die Einkommensgrenze auf 2.575 EUR heraufgesetzt, der Förderhöchstbetrag auf 960 EUR.

Der Förderbetrag für den Arbeitgeber beträgt in diesem Fall 30 % von 20 EUR, also 6 EUR. Dieser Betrag wird als Erstattungsbetrag in der neuen Zeile 23 der Lohnsteuer-Anmeldung ausgewiesen und verrechnet.

 
Gehalt   2.200,00 EUR
Direktversicherung als zusätzliche Arbeitgeberleistung (nicht zum Gesamtbrutto gehörend)   20,00 EUR
Gehaltsumwandlung   -20,00 EUR
Direktversicherung (steuerfrei)   20,00 EUR
Gesamtbrutto   2.200,00 EUR
Steuerbrutto 2.180,00 EUR  
Sozialversicherungsbrutto 2.180,00 EUR  
Lohnsteuer 212,33 EUR  
Solidaritätszuschlag 11,67 EUR  
Gesamtabzug Steuern   - 224,00 EUR
Krankenversicherung (7,3 % + 0,45 %) 168,95 EUR  
Pflegeversicherung (1,775 %) 38,70 EUR  
Rentenverischerung (9,3 %) 202,74 EUR  
Arbeitslosenversicherung (1,2 %) 26,16 EUR  
Gesamtabzug Sozialversicherung   - 436,55 EUR
Gesetzliches Netto   1.539,45 EUR
Abzug Direktversicherung   - 20,00 EUR
Auszahlbetrag   1.519,45 EUR

Hinweis

Der BAV-Förderbetrag wird nur für nicht gezillmerte Verträge gewährt. Bei der Zillmerung werden die Abschluss- und Vertriebskosten für die Versicherung nicht auf die Laufzeit des Vertrags verteilt, sondern mit den ersten Raten verrechnet. Verträge, die vor 2018 abgeschlossen wurden, sind i. d. R. nicht gezillmert. Bei neuen Verträgen weist die Versicherung i. d. R. darauf hin.

Der Zuschuss kann als Monats- oder Jahresbetrag geleistet werden.

3.2 Arbeitgeberzuschuss als Einmalbezug (480 EUR jährlich)

 

Sachverhalt

Ein Arbeitnehmer hat im Januar 2020 ein Gehalt von 2.200 EUR, Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge, keine Kirchensteuer, 0,9 % Zusatzbeitrag. Der Arbeitgeber hat im Januar 2020 für den Arbeitnehmer eine Direktversicherung abgeschlossen, die eine Versorgungsleistung in Form einer lebenslangen Rente vorsieht. Der Arbeitgeber übernimmt jährlich Beiträge von 480 EUR zusätzlich zum Arbeitslohn als Einmalzahlung.

Wie ist die Direktversicherung lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen und abzurechnen?

Lösung

Für Arbeitgeber, die sog. Geringverdienern ab 2018 einen zusätzlichen Zuschuss zur Direktversicherung, zum Pensionsfonds oder zur Pensionskasse zahlen, gibt es einen Förderbeitrag, der direkt mit der abzuführenden Lohnsteuer verrechnet werden kann. Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, deren laufender Arbeitslohn im Zeitpunkt der Beitragsleistung nicht mehr als 2.200 EUR monatlich beträgt. Der Förderbeitrag wird für Zuschüsse ab 240 EUR bis maximal 480 EUR jährlich gewährt. Rückwirkend ab dem 1.1.2020 wurde die Einkommensgrenze auf 2.575 EUR heraufgesetzt, der Förderhöchstbetrag auf 960 EUR. Er wird nur für nicht gezillmerte Verträge gewährt.[1]

Der Förderbetrag für den Arbeitgeber beträgt in diesem Fall 30 % von 480 EUR, also 144 EUR. Dieser Betrag wird als Erstattungsbetrag in der neu gebildeten Zeile 23 der Lohnsteuer-Anmeldung ausgewiesen und verrechnet. Eine spätere Gehaltserhöhung des Arbeitnehmers ist unschädlich; entscheidend ist der Monat der Zahlung des Zuschusses.

 
Gehalt   2.200,00 EUR
Direktversicherung als zusätzliche Arbeitgeberleistung (nicht zum Gesamtbrutto gehörend)   480,00 EUR
Gesamtbrutto   2.200,00 EUR
Steuerbrutto 2.200,00 EUR  
Sozialversicherungsbrutto 2.200,00 EUR  
Lohnsteuer 216,83 EUR  
Solidaritätszuschlag 11,92 EUR  
Gesamtabzug Steuern   - 228,75 EUR
Krankenversicherung (7,3 % + 0,45 %) 170,50 EUR  
Pflegeversicherung (1,775 %) 39,05 EUR  
Rentenversicherung (9,3 %) 204,60 EUR  
Arbeitslosenversicherung (1,2 %) 26,40 EUR  
Gesamtabzug Sozialversicherung   - 440,55 EUR
Gesetzliches Netto   1.530,70 EUR
Auszahlbetrag   1.530,70 EUR
[1] Bei der Zillmerung werden die Abschluss- und Vertriebskosten für die Versicherung nicht auf die Laufzeit des Vertrags verteilt, sondern mit den ersten Raten verrechnet.

3.3 Arbeitgeberzuschuss als Einmalbezug (480 EUR jährlich)

 

Sachverhalt

Ein Arbeitnehmer hat im Januar 2020 ein Gehalt von 2.500 EUR, Steuerklasse IV, keine Kinderfreibeträge, keine Kirchensteu...

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