Praxis-Beispiele: Betriebli... / 6 Kapitalwahlrecht (kurzfristige Ausübung)
 

Sachverhalt

Ein Mitarbeiter hat ab 1.1.2020 wegen Erreichen der Altersgrenze Anspruch auf Auszahlung seiner steuerfrei angesparten betrieblichen Altersvorsorge. Da der Versicherungsvertrag zwar die Rentenauszahlung vorsieht, dem Arbeitnehmer aber ein Kapitalwahlrecht einräumt, entscheidet sich der Arbeitnehmer im März 2019 für die Auszahlung des gesamten Kapitals als Einmalbetrag. Demzufolge zahlt die Pensionskasse zum 1.1.2020 den gesamten Kapitalbetrag von 100.000 EUR an den Arbeitnehmer aus.

Welche Auswirkungen hat die kurzfristige Ausübung des Kapitalwahlrechts auf Entgeltabrechnung und Auszahlung?

Lösung

Da sich der Arbeitnehmer erst im letzten Jahr vor der Auszahlungsphase seiner betrieblichen Altersvorsorge für die Kapitalauszahlung entscheidet, hat dieses Ausüben des Kapitalwahlrechts keine Auswirkungen auf die Entgeltabrechnung.

  • Entgeltabrechnung

    Der Arbeitgeber kann die Beiträge, die bis zum Dezember 2019 in die Pensionskasse eingezahlt werden müssen, in vollem Umfang steuerfrei belassen. Die Auswirkungen des Kapitalwahlrechts hat also keine Auswirkung auf die Entgeltabrechnung des Arbeitgebers.

  • Auszahlung

    Die Auszahlung des Kapitals von 100.000 EUR am 1.1.2020 ist in voller Höhe steuerpflichtig. Die Pensionskasse muss vom Auszahlungsbetrag die Lohnsteuer entsprechend der Steuerklasse des Arbeitnehmers einbehalten. Eine Ermäßigung durch die Fünftelregelung ist nicht zulässig. Der Arbeitnehmer muss also, je nach individuellem Steuersatz im Jahr 2020, mit einer Steuerbelastung von über 40 % rechnen.

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