Outplacement als Instrument... / 4.1 Zeitrahmen

Als Grundsatz empfiehlt sich, dass eine möglichst lange Zeitspanne für die Beratung zur Verfügung steht, bevor die Kandidaten endgültig juristisch aus dem Unternehmen ausgeschieden sind. Der Beginn der mitarbeiterbezogenen Beratung kann erfolgen, sobald feststeht, von wem sich das Unternehmen trennen wird, und sobald dieser Personenkreis darüber informiert ist.[1] Der Antrag auf Förderung der Beratung nach § 110 SGB III ist bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen in jedem Fall vor Aufnahme der Beratung zu stellen. Außerdem ist die Inanspruchnahme einer Beratung durch die Agentur für Arbeit bei Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen zum Punkt Transferleistungen eine unverzichtbare Bedingung. Andernfalls ist die Förderung nicht möglich. Optimal ist, wenn der Beratungsbeginn unmittelbar auf das Trennungsgespräch oder die Nachricht über eine Trennung zu einem späteren Tag X folgt. Maximal 14 Tage nach Zugang dieser Information an die Betroffenen sollte der Starttermin sein. Zeitverlust und sinkende Akzeptanz wären bei späterem Beginn die Folge.

Die Dauer einer Maßnahme hängt von einer Reihe Faktoren ab:

  1. Ist das ausschlaggebende Kriterium eine hohe Vermittlungsquote, dann liegen die Fristen im Einzeloutplacement zwischen 6–8 Monaten als Minimum und bis zu 2 Jahren (bei Gewährung einer Rückkehrgarantie nach erfolglosem Wechsel). Im Gruppenoutplacement geht man von einem durchschnittlichen optimalen Zeitrahmen von 6 Monaten aus. In der Praxis ist allerdings häufig  ein reduzierter Zeitrahmen üblich, was einerseits aus Kostengründen und andererseits aus Gründen der späten Definition des Teilnehmerkreises in Verbindung mit relativ kurzen Kündigungsfristen herrührt. Bei Installierung einer Transfergesellschaft oder bei Kopplung eines Gruppenoutplacement/einer Transferagentur mit einer nachfolgenden Transfergesellschaft kann die Beratungsdauer im Bedarfsfall auch für tarifliche Arbeitnehmer wesentlich ausgedehnt werden.
  2. Ist ein fester finanzieller Rahmen vorgegeben, dann werden sich Projektinhalt und -dauer danach richten. Vielfach sind diese Summen pro Teilnehmer beim Gruppenoutplacement im Sozialplan fixiert (möglicherweise unter Berücksichtigung einer Förderung durch die Agentur für Arbeit).  Die einzelnen Anbieter stellen dann jeweils ihre zum Finanzrahmen passenden Konzepte vor.
  3. Unternehmen insbesondere aus den strukturschwachen Branchen sind z. T. nur bereit oder in der Lage, bei tariflichen Mitarbeitern Bewerbungstraining zu vereinbaren. Das ist immer noch mehr als keine Unterstützung, führt aber zu gänzlich anderen zeitlichen Limitierungen und Resultaten.

In jedem Fall ist es sinnvoll, mit dem Beratungsunternehmen gemeinsam Zeitrahmen und Konzept zu erarbeiten.

[1] Eine Ausnahme bildet ein offenes Gruppenoutplacement, bei dem alle Mitarbeiter den Beratungsservice nutzen können.

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