Neumann-Redlin, Rambach, Zi... / 2.3.4.5.7 Schönheitsoperationen
 

Rz. 92

Die auf einer reinen Schönheitsoperation beruhenden Gesundheitsbeeinträchtigungen sind grundsätzlich vom Arbeitnehmer selbst verschuldet; Arbeitsausfälle führen insofern zu keinem Entgeltfortzahlungsanspruch.[1]  So hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn er eine Kurzsichtigkeit durch einen Lasereingriff korrigieren lässt (ArbG Frankfurt, Urteil v. 23.5.2000, 4 Ca 8647/99[2]). Etwas anderes gilt dann, wenn der Eingriff medizinisch erforderlich war, um einen psychischen Leidenszustand von nicht unerheblichem Gewicht zu beseitigen oder zu lindern.[3]  Auch Eingriffe der plastischen Chirurgie, die der Wiederherstellung oder Erhaltung eines Körperzustands dienen, sind von der reinen Schönheitsoperation abzugrenzen, wobei in Einzelfällen die Grenze fließend sein kann. Ein Verschulden ist in der Rechtsprechung insoweit abgelehnt worden bei der Behandlung einer Kiefer-Gaumenspalte (LAG Frankfurt, Urteil v. 8.12.1975, 1 Sa 771/75[4]), bei der Korrektur einer Fehlsichtigkeit aufgrund eines angeborenen Schielens (BAG, Urteil v. 5.4.1976, 5 AZR 397/75), bei einem Eingriff zur Beseitigung einer Behinderung der Nasenatmung (LAG Hamm, Urteil v. 9.3.1988, 1 Sa 2102/87[5]).

[1] Feichtinger/Malkmus, EFZR, 2. Aufl. 2010, § 3 EFZG, Rz. 34.
[2] BB 2000, S. 2101.
[4] VersR 1977, 192.
[5] DB 1988, S. 1455.

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