Möglichkeiten und Grenzen e... / 6 Fazit und Ausblick

Sowohl unsere Freizeit, als auch die Arbeitswelt werden zunehmend digitaler, daher erscheint es logisch, dass auch ein BGM diesem Trend folgen muss. Doch die Anforderungen, die heute an ein BGM gestellt werden, sind vielfältig: jederzeit verfügbare und individuelle Nutzungsmöglichkeiten, eine bedarfsorientierte und ansprechende Aufbereitung der Maßnahmen sowie eine messbare Erfolgskontrolle, um Mitarbeiter zu erreichen und schließlich zur Teilnahme zu motivieren. Kurz gesagt: Es gilt, das BGM an die aktuellen Entwicklungen in der Arbeits- und Lebenswelt anzupassen – keine leichte Aufgabe für Dienstleister und Unternehmen.

Die zunehmende Nutzung eines digitalen BGM kann eine Möglichkeit sein, diesen Anforderungen gerecht zu werden. So können mithilfe digitaler Lösungen viele Mitarbeiter erreicht werden. Zudem gehören immer mehr Beschäftigte den Generationen Y und Z an, die auch als Digital Natives bezeichnet werden, da sie in einer digitalen Welt aufgewachsen sind. Doch obwohl Mitarbeiter in sozialen Netzwerken viele persönliche Informationen preisgeben, bestehen dennoch Ängste bzgl. der Nutzung dieser Systeme im betrieblichen Umfeld. Zudem sind solche digitalen Angebote auch generationsabhängig. Während die Generationen Y und Z mit dem Smartphone aufgewachsen sind, fällt der Babyboomer-Generation der Umgang mit diesen Systemen schwer. Hier gilt es, Vertrauen zu schaffen und Mitarbeiter zum Mitmachen zu motivieren.

Ziel sollte es daher letztlich sein, die richtige Mischung aus dem bewährten "analogen" BGM und innovativen digitalen Lösungen zu finden, um einerseits den Aufwand für den Arbeitgeber in der Umsetzung möglichst gering zu halten und andererseits die Beschäftigten für das Thema Gesundheit stärker zu sensibilisieren und zu motivieren. Außerdem besteht durch einen parallelen Einsatz von klassischem und digitalem BGM die Chance, unterschiedliche Generationen im Unternehmen anzusprechen.

Im Rahmen dreier Online-Seminare (zwei im Haufe Arbeitsschutz Office sowie eines im Haufe Betriebliches Gesundheitsmanagement Office) rund um das Thema BGM, wurden die Teilnehmer jeweils nach ihrer Einschätzung zum Trend des BGM gefragt. Die Befragten waren sich einig, dass sowohl das BGM grundsätzlich als auch seine digitalen Anteile an Bedeutung gewinnen werden. Insbesondere dem digitalen Part wird hier die größte Zunahme an Bedeutung zukommen, so das Fazit der Befragten. Das Ergebnis der Trendfrage zum BGM wurde erstmals im März 2015 mit rund 290 Befragten in einem Online-Seminar ermittelt. In der bereits darstellten Untersuchung im Januar 2016 wurde eine vergleichbare Entwicklung für das BGM gesehen und im Juni 2016 wurde dieses Ergebnis im Rahmen eines weiteren Online-Seminars mit 190 Befragungsteilnehmern erneut bestätigt.

In der bereits dargestellten Untersuchung von Juni/Juli 2016 zum digitalen BGM und Datenschutz in Bezug auf den Umgang mit Gesundheitsdaten wurde die Trendfrage erneut gestellt. Die Einschätzungen der 91 betrieblichen Experten unterstreichen dabei die vorherigen Ergebnisse: Auch hier wird dem digitalen BGM in den kommenden Jahren die größte Zunahme an Bedeutung beigemessen. Jedoch gilt zu beachten, dass bei allen 4 Erhebungen dem analogen BGM derzeit und vor allem auch zukünftig eine vergleichsweise größere Bedeutung beigemessen wird, als dem digitalen BGM. Diese Einschätzung teilen alle betrieblichen Experten – unabhängig von der Größe des Unternehmens.

Es wird deutlich, dass das digitale BGM durchaus Einzug in die Welt der Unternehmen hält und mit Blick auf die kommenden Jahre deutlich auf dem Vormarsch ist. Dennoch befindet sich das Thema Stand heute noch am Anfang einer Reise, die viele Herausforderungen und Hürden birgt. Vor diesem Hintergrund gilt es, auch zukünftig neben dem klassischen BGM die Möglichkeiten, die durch die neuen Technologien entstehen, zu nutzen – auch wenn es um das Thema Gesundheit im Betrieb geht.

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