Jugendarbeitsschutz: Arbeit... / 1.7 Urlaub

Auch die Vorschriften in § 19 JArbSchG über die Urlaubsregelung tragen den besonderen Schutzbedürfnissen der Jugendlichen Rechnung. Die Modifikationen des Bundesurlaubsgesetzes betreffen gem. § 19 Abs. 2 Nr. 1-3 JArbSchG vor allem den deutlich verlängerten gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch von

  • 30 Werktagen, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
  • 27 Werktagen, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt ist,
  • 25 Werktagen, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt ist,

Die maßgebliche Alterszuordnung knüpft an das Alter zum Stichtag 1. Januar an, d. h. der am 1. Januar geborene Jugendliche wird mit Jahresbeginn bereits der nächsthöheren, ungünstigeren Stufe zugerechnet.

 

Praxis-Beispiel

Urlaub für Minderjährige

Einem am 1.1.1999 geborenen Jugendlichen steht für das Jahr 2016 ein Mindesturlaubsanspruch von 25 Werktagen, seinem am 2.1.1999 geborenen Kollegen dagegen ein Anspruch von 27 Werktagen zu.

Ohne Auswirkungen ist dagegen die Vollendung des jeweiligen Lebensjahres im laufenden Kalenderjahr: es bleibt bei der Zuordnung zu einem der Fallgruppen des § 19 Abs. 2 JArbSchG für das gesamte Jahr. Zusätzliche 3 Werktage einheitlich erhalten Jugendliche im Untertagebergbau.

Die Berechnung des gesetzlichen Mindesturlaubsanspruchs ist ebenso wie im Bundesurlaubsgesetz auf die individuellen Wochenarbeitstage umzurechnen, da auch § 19 JArbSchG an einer 6-Tage-Woche anknüpft.

Die Urlaubsgewährung erfolgt analog § 7 Abs. 1 BUrlG durch Freistellung seitens des Arbeitgebers nach entsprechendem Urlaubsverlangen des Jugendlichen. Die Lage des Urlaubs ist grundsätzlich an die Berufsschulferien anzupassen, sofern der Jugendliche zur Berufsschule geht. Entspricht der Arbeitgeber dem nicht, ist dem Jugendlichen ein weiterer Urlaubstag für jeden Berufsschultag zu gewähren.

Die sonstigen Modalitäten des Urlaubs richten sich nach dem Bundesurlaubsgesetz. Dementsprechend ist auch die neue Rechtsprechung von EuGH und BAG zur Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs anwendbar.

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