Seit vielen Jahren gibt es die Möglichkeit, bestimmte Tätigkeiten auch im Homeoffice zu erledigen. Rechtlich spricht man hier auch von Telearbeit.

Homeoffice ist in vielen Firmen zumindest sporadisch etabliert.[3] Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien macht es möglich, dass Arbeiten auch räumlich, zeitlich und organisatorisch unabhängig von vorgegebenen Strukturen, Arbeitszeiten oder Arbeitsorten stattfinden kann.[4] Um zu arbeiten, benötigen Mitarbeiter noch nicht einmal einen bestimmten Arbeitsplatz: Bei Arbeit, die unterwegs einfach mittels eines Tablets oder eines Smartphones erledigt wird oder auch an verschiedenen Arbeitsorten stattfindet, sprechen wir von mobiler Arbeit.[5] Co-Working Spaces, die einen Arbeitsplatz auf Zeit ermöglichen, sind auf dem Vormarsch.[6] So bieten sie Raum fürs Arbeiten und gleichzeitig auch die Gelegenheit zum Netzwerken und Austausch mit all denen, die sich dort ebenfalls zum Arbeiten eingemietet haben. Durch dieses mobile Arbeiten werden sich zukünftig langfristig gewachsene Bindungen von Mitarbeitern an ihre Betriebe zugunsten einer neu entstehenden Offenheit in den Arbeitsverhältnissen verlieren.[7]

Nach einer von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) zusammen mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Jahr 2016 erhobenen Studie[8] arbeiten in den dort befragten Unternehmen bereits 54 % der Beschäftigten ›vorwiegend oder ausschließlich mobil an wechselnden Arbeitsplätzen.‹[9]

 

Ebenso ergab eine Ende 2015 von dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Kooperation mit der Universität zu Köln und dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)[10] erhobene Befragung über mobiles und entgrenztes Arbeiten,[11] dass in Deutschland zwar immer noch eine hohe Anwesenheitskultur in den Unternehmen besteht, sich aber eine zunehmende Anzahl von Beschäftigten mehr Homeoffice wünschten.[12] Festgestellt werden konnte auch, dass mobiles Arbeiten eher in Berufen mit höherer Qualifikation, hohem Zeitdruck und Autonomie verbreitet sei sowie bei Frauen, die Kinder betreuen.[13] Arbeiten außerhalb des firmeneigenen Büros entspricht somit den Bedürfnissen von Mitarbeitern.

 

Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft über mobiles Arbeiten in Deutschland und Europa[14] hat festgestellt, dass ›(in) Deutschland (...) mehr als die Hälfte der Beschäftigten zumindest gelegentlich außerhalb ihres Betriebs (arbeitet). Anders als die öffentliche Debatte vermuten lässt, findet mobiles Arbeiten jedoch nur selten in den eigenen vier Wänden, im Café oder Freibad statt, sondern hauptsächlich beim Kunden. Zu den rund 20 Prozent der Beschäftigten, die mehrmals im Monat und häufiger außerhalb des Betriebs arbeiten und mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit am PC, Laptop oder Smartphone verbringen, zählen insbesondere Führungskräfte und Beschäftigte in akademischen Berufen. (...) Fazit: Mobiles Arbeiten in Deutschland ist vielfältig. Das Potenzial mobiler Arbeitsformen ist dabei noch nicht ausgeschöpft (...).‹

Eine aktuell durchgeführte Studie des Digitalverbandes Bitkom[15] hat ermittelt, dass von zehn Unternehmen jeder vierte Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten darf. Somit liegt der Anteil hier bei 39 % und ist damit in den letzten Jahren gestiegen: ›2016 erlaubte knapp jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) Homeoffice, 2014 erst jedes fünfte (20 Prozent). Den Erwartungen zufolge wird sich dieser Trend fortsetzen. 46 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird. 50 Prozent erwarten einen konstant bleibenden Anteil.‹

Das Institut für Arbeitsmarkt – und Berufsforschung (IAB) hat mobile Arbeitsformen aus Sicht von Betrieben und Beschäftigten analysiert und ist hier zu folgendem Ergebnis gekommen[16]:

  • ›Mobiles Arbeiten rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Derzeit bietet etwa jeder vierte Betrieb in Deutschland die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an, dabei mehrheitlich sowohl im Homeoffice als auch das Arbeiten von unterwegs.
  • Die Nutzung von Homeoffice nimmt langsam zu: Unter den Beschäftigten in privatwirtschaftlichen Betrieben mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiten im Jahr 2013 19 Prozent von zuhause, im Jahr 2017 waren es Prozent.
  • Ganze Homeoffice-Tage sind vergleichsweise selten. 63 % derjenigen, die Homeoffice nutzen, arbeiten ausschließlich stundenweise von zu Hause.
  • Die erhöhte Flexibilität ist ein zweischneidiges Schwert: Während die Hälfte der Beschäftigten mit Homeoffice darin den Vorteil einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sieht, berichten beinahe ebenso viele von Problemen bei der Trennung zwischen beidem.
  • Etwa zwei Drittel der Beschäftigten, die derzeit nicht von zu Hause arbeiten, lehnen diese Möglichkeit grundsätzlich ab. Jedoch hat auch jeder neunte Beschäftigte einen unerfüllten Homeoffice-Wunsch und nach eigener Einschätzung eine dafür geeignete Tätigkeit.
  • Beschäftigte mit unerfülltem Hom...

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