Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ein BGM heute weitaus mehr ist als "nice to have", und setzen dabei, auch vor dem Hintergrund der zunehmend geforderten Flexibilität, Mobilität und Kommunikation der jüngeren Generation, immer öfter auf digitale Optionen. Gleichzeitig existieren bereits zahlreiche Anbieter auf diesem Gebiet, die den Unternehmen mithilfe digitaler Plattformen und Online-Lösungen in Sachen Gesundheit Unterstützung bieten und die Beschäftigten auf ihrem Weg zu einer gesünderen und aktiveren Lebensweise begleiten.

Welche Elemente des digitalen BGM nun tatsächlich gewünscht und von den Unternehmen bereits (oder auch zukünftig) angewandt werden, zeigt ein Blick in die Praxis:

Bedeutung BGM

Im Rahmen von 5 Haufe-Online-Seminaren in den Jahren 2019–2021 rund um das Thema BGM wurden die Teilnehmer jeweils nach ihrer Einschätzung zum Trend des BGM gefragt.

 

Welche Bedeutung messen Sie dem BGM bzw. dem digitalen BGM/dem Einsatz digitaler Lösungen in einem BGM derzeit und in 5 Jahren bei?

(1 = keine Bedeutung; 5 = sehr hohe Bedeutung)
Frage Jahr N Bedeutung aktuell (Mittelwert) Bedeutung zukünftig (Mittelwert)
Bedeutung BGM 2019 106 3,71 4,57
2020 297/295 3,68 4,42
2021 95/94 3,23 4,30
Bedeutung digitales BGM/Einsatz digitaler Lösungen 2019 102 2,57 4,04
2020 291/292 3,01 4,09

Tab. 1: Befragungsergebnisse im Rahmen von Haufe Online-Seminaren zur Bedeutung von BGM, digitalem BGM und dem Einsatz digitaler Lösungen im BGM

Die Befragten waren sich über die Jahre hinweg einig, dass sowohl das BGM grundsätzlich als auch seine digitalen Anteile an Bedeutung gewinnen werden. Insbesondere dem digitalen Part wird hier die größte Zunahme an Bedeutung zukommen, so das Fazit der Befragten. Es wird deutlich, dass das digitale BGM durchaus Einzug in die Welt der Unternehmen hält und mit Blick auf die kommenden Jahre deutlich auf dem Vormarsch ist. Dennoch befindet sich das Thema noch am Anfang einer Reise, die viele Herausforderungen und Hürden birgt. Vor diesem Hintergrund gilt es, auch zukünftig neben dem klassischen BGM die Möglichkeiten, die durch die neuen Technologien entstehen, zu nutzen – auch wenn es um das Thema Gesundheit im Betrieb geht.

Sinnvoller Einsatz digitaler Lösungen

Oliver Walle und Sarah Staut stellten im Januar 2020 im Rahmen des Haufe Online-Seminars zum Thema "App auf Rezept und digitale Krankschreibung – erobert nun auch E-Health das BGM?" den Teilnehmern die Frage, welche digitalen Lösungen sie im Einsatz eines BGM primär als sinnvoll erachten.

 
Item Ergebnis
Digitale Lösungen zur Unterstützung der Verhaltensprävention (Ernährung, Bewegung, Stressmanagement, Suchtmittelkonsum, Führung) 57,4 %
Digitale Lösungen zur Prüfung, Organisation und Steuerung eines BGM sowie als Zugangsplattform für Maßnahmen (z. B. Buchung von Maßnahmen und Veranstaltungen) 34,0 %
E-Health-Lösungen für durch Krankheit betroffene Beschäftigte (z. B. im Rahmen des BEM, Chroniker) 8,5 %

Tab. 2: Befragungsergebnisse im Rahmen eines Haufe Online-Seminars zum sinnvollen Einsatz digitaler Lösungen im BGM (n=106; Walle & Staut, Januar 2020)

Über die Hälfte bevorzugt den Einsatz digitaler Lösungen auf der Ebene der Verhaltensprävention zur Unterstützung eines gesunden Lebensstils, während etwa ein Drittel auch Lösungen im Rahmen der Verhältnisprävention als sinnvoll erachtet.

Während eines im Januar 2016 durchgeführten Online-Seminars zum Thema "Digitales BGM" wurden von Oliver Walle und Kristin Hunsicker die rund 200 Teilnehmer, überwiegend Fachkräfte für Arbeitssicherheit (43 %), interne betriebliche Gesundheitsmanager (21 %) und Personaler (20 %), zur ihrer Einschätzung über die derzeit sinnvollen Einsatzmöglichkeiten von digitalen Lösungen im Rahmen eines BGM befragt. Primär sehen die Befragungsteilnehmer die Nutzung des digitalen BGM zum Zweck der Information über anstehende Maßnahmen (63 %), gefolgt von der Gesundheitsbildung der Mitarbeiter durch Fachinformation und Schulungen (57 %), dem Zugang zu BGM-Leistungen via Internet oder Apps (54 %), dem Einsatz digitaler Möglichkeiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz (52 %) sowie der Befragung über das Internet (49 %). Damit wird deutlich, dass Kommunikation und Erreichbarkeit der Mitarbeiter sowie die Transformation der schriftlichen in die Online-Befragung als wesentliche Inhalte eines digitalen BGM betrachtet werden. Die Durchführung von verhaltensbezogenen Maßnahmen über Apps sowie die Durchführung von Befragungen via Smartphone wurde lediglich von rund einem Drittel (36 % und 29 %) der Befragten als sinnvoll erachtet. Ganz abgeschlagen und damit wohl eher kritisch betrachtet wird der Einsatz digitaler Elemente zum Zweck des Monitorings von Gesundheitsdaten – sowohl für das Unternehmen in anonymisierter Form (16 %), als auch für die Mitarbeiter selbst (12 %).

In einer weiteren Studie von Oliver Walle und Kristin Hunsicker zum Thema "Digitales betriebliches Gesundheitsmanagement und Datenschutz in Bezug auf den Umgang mit Gesundheitsdaten" wurden im Zeitraum von Juni bis Juli 2...

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