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| Flexibel arbeiten im Minijob

Gelegentlich mehr als 450 EUR im Minijob – was tun?

Gut zu wissen: Auch im Minijob ist flexible Arbeitszeit möglich
Bild: Marcus Surges

Die monatliche Entgeltgrenze im Minijob von 450 EUR lässt sich innerhalb eines Jahreszeitraumes recht flexibel ausweiten, wenn besondere Spielregeln beachtet werden. Daneben gelten die Regeln zur flexiblen Arbeitszeit auch für Minijobs - jedoch mit Einschränkungen.

Um als Minijob zu gelten, darf das Entgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 EUR nicht überschreiten. Dazu können Arbeitgeber aber – am besten ab Beschäftigungsbeginn vorausschauend - einen 12-Monats-Zeitraum bilden. Dann ist zu prüfen, ob die Einnahmen aus dem Beschäftigungsverhältnis inklusive Einmalzahlungen innerhalb des Jahreszeitraums 5.400 EUR übersteigen.

Vorausschauende Betrachtung

Den bekannten Bezügen des laufenden Beitragsmonats ist das für die jeweils folgenden 11 Monate zu erwartende Entgelt hinzuzurechnen. Es kommt dann auf das monatlich durchschnittliche Entgelt an. Häufig genutzt wird diese vorausschauende Betrachtung bei Saisonwirtschaft oder zur Abdeckung von Auftragsspitzen.

Schwankende Arbeitszeit und schwankendes Entgelt

Schwanken die Arbeitszeiten und werden in einzelnen Monaten über 450 EUR erzielt, gilt die Beschäftigung noch als Minijob, wenn die jährliche Grenze von 5.400 EUR eingehalten wird.

Es muss aber die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben: Ein zeitlich begrenzter Vollzeitjob für etwa 3 Monate lässt sich nicht dadurch zum Minijob deklarieren, dass das Entgelt auf 12 Monate umgelegt wird!

Führung von sonstigen flexiblen Arbeitszeitkonten

Darüber hinaus besteht auch bei Minijobs auch die Möglichkeit zur Führung von sonstigen flexiblen Arbeitszeitkonten. Bei diesen Arbeitszeitregelungen erfolgt bei schwankender Arbeitszeit regelmäßig ein Ausgleich in einem Arbeitszeitkonto.

Hintergrund:

Flexible Arbeitszeitregelungen sind unterschiedliche Arbeitszeitlösungen bzw. -gestaltungen. Die tatsächliche Arbeitszeit weicht dabei von der vereinbarten regelmäßig zu leistenden Arbeitszeit ab und wird anderweitig verwendet. Hierbei unterscheiden sich Arbeitszeitkonten, Wertguthaben und Zeitwertkonten. Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter Flexible Arbeitszeit im Lexikon.

Schwankende Arbeitszeit und festes Entgelt

Vereinbart wird dazu ein festes monatliches Entgelt (verstetigtes Arbeitsentgelt). Die Arbeitszeit ist bedarfsweise monatlich schwankend. Der Arbeitnehmer kann dabei sogar für die Dauer von maximal 3 Monaten von der Arbeitsleistung unter Fortzahlung des Entgelts freigestellt werden.

Wichtig: Das durchschnittliche monatliche Entgelt darf dabei in einem Jahr unter Berücksichtigung des zum Ende des Jahres in einem Zeitguthaben zu erwartenden Entgeltanspruchs die entgeltliche Geringfügigkeitsgrenze (5.400 EUR / Jahr) nicht übersteigen.

Der Abbau von Zeitguthaben muss im Rahmen des Minijobs möglich sein

Wichtig für das Personalbüro: Entsprechende Arbeitszeitregelungen müssen neben dem Aufbau von Zeitguthaben auch deren tatsächlichen Abbau ermöglichen. Ist der Abbau eines Zeitguthabens von vornherein nicht beabsichtigt, ist die Vereinbarung über die flexible Arbeitszeit von vornherein ungültig.

Beitragsberechnung aus festem vertraglichen Entgelt

Bei solchen Regelungen zur Führung von sonstigen flexiblen Arbeitszeitkonten ist das ausgezahlte vertraglich geschuldete verstetigte Arbeitsentgelt beitragspflichtig. Dabei spielt der im Rahmen einer abweichenden Arbeitszeit tatsächlich erbrachte Umfang der Arbeitsleistung keine Rolle. Die Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge wird in diesen Fällen nicht auf den Zeitpunkt der Inanspruchnahme des Zeitguthabens verschoben – das erleichtert die Arbeit in der Entgeltabrechnung.

Haufe Online Redaktion

Minijob, Geringfügig entlohnte Beschäftigung, Arbeitszeitkonto, Flexible Arbeitszeit

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