Urlaubsabgeltung richtig berechnen

Bei der Urlaubsabgeltung darf der Arbeitgeber nicht nur den Basislohn zugrunde legen. Wie die Urlaubsabgeltung richtig berechnet wird, was genau zu berücksichtigen ist und welche Fehler es zu vermeiden gilt, haben wir zusammengefasst.

Für Urlaubstage, die Arbeitnehmende bis zur Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses nicht oder nicht komplett genommen haben, muss der Arbeitgeber gemäß § 7 Abs. 4 BUrlG einen finanziellen Ausgleich leisten. Wie die Höhe des Abgeltungsanspruchs zu berechnen ist, ist nicht ganz einfach - das zeigen Urteile der Arbeitsgerichte immer wieder. So hat das Arbeitsgericht Stuttgart unlängst entschieden, dass der Arbeitgeber nicht nur den Basislohn zugrunde legen darf. Zudem muss er bestimmte Auf- und Abrundungsregeln beachten.

Urlaubsabgeltung richtet sich nach Höhe des Urlaubsentgelts

So wird die Höhe des Abgeltungsanspruchs berechnet: Für die Berechnung der konkreten Höhe des Urlaubsabgeltungsanspruchs gelten dieselben Regeln, wie für die Berechnung des Urlaubsentgelts nach § 11 Abs. 1 BUrlG. Bezugszeitraum ist im Falle der Berechnung des Urlaubsabgeltungsanspruchs der Zeitraum der letzten 13 Wochen vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Es ist der durchschnittliche werktägliche Arbeitsverdienst in diesem Zeitraum zu errechnen und mit den Urlaubstagen bzw. verbleibenden Urlaubstagen zu multiplizieren.

Urlaubsabgeltung bei ganzen und halben Tagen 

Ergeben sich bei der Berechnung des Abgeltungsanspruchs Urlaubsbruchteile, die mindestens einen halben Tag ergeben, so ist dieser halbe Tag auf einen vollen Urlaubstag aufzurunden und abzugelten. Bruchteile von Urlaubstagen, die nicht nach § 5 Abs. 2 BUrlG aufgerundet werden müssen, sind entsprechend ihrem Umfang abzugelten.

Beispiel: So wird richtig gerundet

Führt die Berechnung bei Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses zu 5,7 nicht genommenen Urlaubstagen, ist aufzurunden. Es sind deshalb 6 Tage abzugelten. Führt die Berechnung dagegen zu 5,4 Urlaubstagen, so sind genau diese 5,4 Tage abzugelten.

Was muss bei der Urlaubsabgeltung berücksichtigt werden?

Der Arbeitgeber darf bei der Berechnung nicht allein den Basislohn berechnen. Sachbezüge und Zuschläge sind zu berücksichtigen. Urlaubsgeld dagegen ist bei der Berechnung nur dann zu berücksichtigen, wenn tarifliche oder vertragliche Regelungen dies ausdrücklich so festlegen. Überstundenvergütungen fließen grundsätzlich nicht in die Ermittlung der Urlaubsabgeltung ein.


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Schlagworte zum Thema:  Urlaubsabgeltung, Urlaub