26.02.2015 | Nordrhein-Westfalen

Jeder fünfte Lehrer in NRW ist kein Beamter

Angestellte Lehrer arbeiten zu schlechteren Bedingungen als Beamte.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Unter den alten Bundesländern hat NRW nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den höchsten Anteil an angestellten Lehrern.

Nach der Studie ist jede fünfte der fast 200.000 Lehrkräfte in NRW nicht verbeamtet. Sie werden deutlich schlechter bezahlt als ihre verbeamteten Kollegen - je nach Berufserfahrung und Familienstand beträgt die Differenz eine unterschiedlich hohe dreistellige Summe im Monat.

NRW liegt bei Besoldung und Tarifentgelt für Lehrer im Mittelfeld

Zudem werden Lehrer in NRW laut GEW schlechter bezahlt als in vielen anderen Bundesländern - sowohl angestellte als auch verbeamtete. Bei der Höhe der Beamtenbesoldung liegt NRW demnach nur auf Rang 9. Unter den angestellten Lehrern in NRW seien 40 Prozent in einer niedrigen Entgeltgruppe. In der Sekundarstufe I seien sie spürbar schlechter gestellt als etwa in Rheinland-Pfalz oder Sachsen-Anhalt.

Gewerkschaften fordern 5,5 Prozent Gehaltserhöhung

Die Forderungen der GEW in der Tarif- und Besoldungsrunde 2015 sind teuer: Ein Gehaltszuwachs um 5,5 Prozent für alle 450.000 Personen im öffentlichen Dienst des Landes kostet NRW nach Berechnungen der Gewerkschaft knapp eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr - etwa die Hälfte entfiele auf den Bereich Schule. Die Angleichung der Entgelte für angestellte Lehrer an die Beamtenbesoldungsgruppen kostet demnach zusätzlich etwa 75 Millionen Euro.

Für das Land sind angestellte Lehrer also deutlich günstiger als verbeamtete - sowohl in der Besoldung als auch in der Versorgung der Pensionäre. Ein Versuch des NRW-Finanzministers, an den Beamten zu sparen, wurde im vergangenen Jahr allerdings vom Verfassungsgericht gekippt. Angestellte Lehrer haben nur wenig Vorteile gegenüber Beamten: Sie genießen Streikrecht und sind unabhängiger.

Schlagworte zum Thema:  Lehrer, Nordrhein-Westfalen, Beamte

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