Soll sich die Beamtenbesoldung in Berlin am Bund oder an den anderen Ländern orientieren? Bild: Corbis

Die oppositionelle CDU schlägt vor, die Besoldung der Berliner Landesbeamten auf das Niveau von Beamten des Bundes anzuheben. Die rot-rot-grüne Landesregierung will eine Angleichung an den Durchschnitt der anderen Bundesländer.

Die CDU fordert eine rasche Angleichung der Berliner Beamtenbesoldung an das Niveau des Bundes und hat damit eine kontroverse Debatte ausgelöst. Während die rot-rot-grüne Koalition den Vorschlag ablehnt, kommt Unterstützung von der FDP.

«Wenn die Stadt funktionieren soll, dann müssen wir die Schere bei der Beamtenbesoldung zum Bund schließen», sagte CDU-Fraktionschef Florian Graf am Dienstag bei der Vorstellung der haushaltspolitischen Schwerpunkte der Union. Nur so könne der öffentliche Dienst in der Hauptstadt attraktiver gemacht werden, um im Wettbewerb mit dem Bund wie auch dem Nachbarland Brandenburg genügend Fachkräfte zu gewinnen.

Besoldung der Berliner Beamten deutlich schlechter als bei Bundesbeamten

Derzeit liegt die Bezahlung der rund 60 000 Beamten im Landesdienst laut CDU etwa zwölf Prozentpunkte unter dem Niveau des Bundes und auch niedriger als in Brandenburg. Die CDU schlägt nun vor, diese Lücke in der bis 2021 laufenden Legislaturperiode schrittweise zu schließen und dafür im geplanten Doppelhaushalt 2018/2019 die Weichen zu stellen. Für 2018 müssten dazu bei den Personalmitteln 88 Millionen Euro mehr in den Etat eingestellt werden als bisher geplant, 2019 180 Millionen Euro, forderte Graf.

Berliner Regierung will Beamtenbesoldung wie in anderen Bundesländern

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) und die Grünen verwiesen auf die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, die Gehälter der Landesbeamten bis 2021 an den Durchschnitt der Länder anzugleichen. Dieser liegt unter dem Bundesniveau. «Ich wundere mich etwas darüber», sagte der Senator zur CDU-Idee. «Wir sind der größte Empfänger im Finanzausgleich.» Andere Länder hätten «überhaupt kein Verständnis», wenn Berlin vor diesem Hintergrund alles anders machen wolle als diese. «Deswegen ist die Orientierung auf den Durchschnitt der Bundesländer richtig.» Das sei bis 2021 zu finanzieren.

Derzeit liege Berlin bei der Beamtenbesoldung 3,3 Prozent unter dem Durchschnitt der Bundesländer, so Kollatz-Ahnen. «Es ist die falsche Zielsetzung, als Bundesland zu glauben, auf die Bundesbesoldung gehen zu können oder gehen zu sollen.» Es handele sich um unterschiedliche Systeme.

FDP fordert Angleichung der Gehälter des gesamten öffentlichen Dienstes

Aus Sicht des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP-Fraktion, Florian Swyter, geht der CDU-Vorschlag dagegen in die richtige Richtung. «Allerdings sind die Probleme der Berliner Bediensteten allein mit mehr Geld nicht behoben», sagte er. Nötig seien ein Fahrplan zur Angleichung der Gehälter des gesamten öffentlichen Dienstes in Berlin, also auch der Angestellten, sowie eine Reform der Vergütungsstruktur, um Leistung besser zu honorieren.

Schlagworte zum Thema:  Beamtenbesoldung, Berlin

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