In Hessen starten Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Hessen haben am 1. Februar 2019 begonnen. Die Gewerkschaften fordern 6 Prozent mehr Gehalt, mindestens 200 EUR. Auszubildende und Praktikanten sollen 100 EUR mehr bekommen.

Ver.di verhandelt vom 1. Februar an in Wiesbaden zusammen mit den Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft, der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt, der Gewerkschaft der Polizei und dem dbb Beamtenbund und Tarifunion. Dabei geht es um die Löhne und Gehälter für 45.000 Landesbeschäftigte der Landesverwaltungen, Straßenmeistereien, der Forstwirtschaft, bei Gerichten, im Justizvollzugsdienst, im Sozial- und Erziehungsdienst und anderen Landeseinrichtungen.

Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamte

Wenn ein Ergebnis erreicht werde, solle es zeit- und wirkungsgleich auf die Beamten und Ruheständler übertragen werden, sagte Ver.di-Tarifkoordinator Jens Ahäuser. Die Beamtenarbeitszeit solle auf 40 Stunden abgesenkt werden.

Mehrkosten von einer dreiviertel Milliarde Euro

Innenminister Peter Beuth hält die Forderungen für überzogen, insbesondere mit Blick auf die dadurch enstehenden Mehrkosten von einer dreiviertel Milliarde Euro. Bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent in Hessen sei dies nicht zu verantworten und man dürfe den Landeshaushalt nicht aus den Augen verlieren. Der Hessen-Tarif biete viele Vorzüge, die es bei der Tarifgemeinschaft deutscher Länder nicht geben würde. Beispielsweise wird in Hessen ein kinderbezogener Zuschlag für Neubeschäftigte gezahlt, während er durch die TdL gestrichen wurde. Überraschend ist für Beuth allerdings, dass die Fortführung des auslaufenden LandesTickets nicht angestrebt wird.

Zeitplan der Verhandlungen

Verhandlungen auf Fachebene sind am 18. Februar und 13. März geplant. Ein weiteres Spitzengespräch soll am 28. und 29. März stattfinden.

Teilweise parallel zu den Verhandlungen finden in Potsdam die Tarifverhandlungen für die anderen 15 Bundesländer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) statt. Hessen ist als einziges Bundesland nicht in der TdL.

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