Ebenso wie die Wohnungseigentümer wird auch der Verwalter durch die Trinkwasserverordnung verstärkt in die Pflicht genommen.

Die Sorge um den hygienisch einwandfreien Zustand des Trinkwassers in der Hausinstallation entsprechend den Anforderungen der Trinkwasserverordnung gehört zu den Aufgaben der technischen Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, die gemäß § 27 Abs. 1 Nr. 2 WEG dem Verwalter obliegen. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben wird der Verwalter als gesetzlicher Vertreter der Wohnungseigentümergemeinschaft tätig. Immerhin handelt es sich beim Pflichtenkatalog der Trinkwasserverordnung um rechtliche Verpflichtungen, denen man sich nicht durch Beschlussfassung der Wohnungseigentümer entziehen kann.

Erstuntersuchung veranlassen

Als erster Schritt oblag es dem Verwalter, die bis zum 31.12.2013 zu veranlassende erste Legionellenuntersuchung vorzubereiten.

Turnusmäßige Legionellenuntersuchung vorbereiten

Als zweiter Schritt obliegt es ihm, die Beschlussfassung der Wohnungseigentümer über die Modalitäten der turnusmäßigen Legionellenuntersuchungen vorzubereiten. Dazu gehört die Beschlussfassung der Wohnungseigentümer über

  • die Auswahl des infrage kommenden Prüflabors,
  • den Zeitpunkt der turnusmäßigen Legionellenuntersuchungen,
  • die Einrichtung der in § 14 Abs. 3 Satz 4 TrinkwV vorgeschriebenen repräsentativen Probennahmestellen und
  • die Kostentragung.

Probennahmestellen einrichten

Die repräsentativen Probennahmestellen liegen in Wohnungseigentumsanlagen in der Regel im Sondereigentum. Deshalb wird in der Eigentümerversammlung auch darüber zu entscheiden sein, zusätzlich neue Probennahmestellen durch einen Installationsfachbetrieb in Streckenabschnitten der Hausinstallation einzurichten, die sich nicht im Sondereigentum befinden.

Um vor allem von den Wohnungseigentümern nicht regresspflichtig gemacht zu werden, empfehlen sich folgende Maßnahmen, die in der anschließenden Checkliste aufgeführt sind:

 

Checkliste Vollzug der Trinkwasserverordnung

 

Vollzug der Trinkwasserverordnung

Prüfung, ob die bis zum 31.12.2013 zu veranlassende erste Legionellenuntersuchung bereits durchgeführt wurde.
Information der Wohnungseigentümer.
Feststellung, ob sich in der Wohnungseigentumsanlage eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet, ggf. unter Hinzuziehung eines zugelassenen Installationsfachbetriebs.
Entscheidung darüber, ob unabhängig vom Bestehen einer rechtsverbindlichen Pflicht zu Legionellenuntersuchungen in einer selbst genutzten Wohnungseigentumsanlage zur eigenen Sicherheit und auf freiwilliger Basis derartige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden sollen, wenn eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung vorhanden ist. Wichtig zur Begrenzung des Haftungsrisikos des Verwalters gegenüber den Wohnungseigentümern.
Bestandsaufnahme hinsichtlich betroffener Verbraucher. Sind Eigentumswohnungen vermietet? Befinden sich in der Wohnungseigentumsanlage Gaststätten oder ähnliche Räumlichkeiten mit Publikumsverkehr? Wichtig wegen Anzeigepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt.
Bestandsaufnahme möglicher Belastungsfaktoren im Trinkwasser durch Probennahme an einer repräsentativen Entnahmestelle in der Wohnungseigentumsanlage. Für Bleirückstände im Trinkwasser gilt die Faustregel, dass sie im Altbaubestand bis 1970 am ehesten anzutreffen sind. Bei Bleirohren in der Hausinstallation auf die am 1.12.2013 in Kraft tretende Informationspflicht gegenüber Mietern und den zum gleichen Zeitpunkt verschärften Grenzwert für Blei achten!
Vorbereitung der Beschlussfassung der Wohnungseigentümer über notwendig werdende Maßnahmen und damit verbundene Kosten.
 
 

Prüfpflichten nach der TrinkwV

Welche Pflichten sind zu beachten? Was ist zu tun? Fristen
Untersuchungspflicht für Großanlagen (§ 14 Abs. 3 TrinkwV i.V.m. Anlage 4 Teil II b) Erstkontrolle auf Legionellen Abschluss der 1. Legionellenuntersuchung bis 31.12.2013
  turnusmäßige Legionellenuntersuchung alle 3 Jahre
Aufzeichnungspflicht (§ 15 Abs. 3 TrinkwV) Untersuchungsergebnis schriftlich oder auf Datenträger unverzüglich; i.d.R. 2 Wochen nach Untersuchung
Untersuchungs- und Informationspflicht Anzeige beim Gesundheitsamt durch Übersenden der Kopie; aber: keine Meldung unauffälliger Befunde 2 Wochen nach Untersuchung
Kontamination/Grenzwertüberschreitung (§ 16 Abs. 1 TrinkwV) Untersuchungen, Abhilfemaßnahmen unverzüglich
Information der Verbraucher über Qualität des Trinkwassers (Information über die Untersuchungsergebnisse)

schriftlich oder Aushang

Informationsmaterial vom örtlichen Wasserversorger einholen
1 x jährlich
Bleirohre im Gebäude (§ 21 Abs. 1 TrinkwV) Senkung des Grenzwertes für Blei auf 0,01 mg/l seit 1.12.2013
  Informationspflicht über Verwendung von Bleirohren seit 1.12.2013

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