Küting/Weber, Handbuch der ... / c) Methode planmäßiger Abschreibung
 

Rn. 263

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

Der handelsrechtlichen Verpflichtung, bei abnutzbaren VG des AV planmäßige AfA vorzunehmen (vgl. § 253 Abs. 3 Satz 1), stehen der steuerrechtliche Bewertungsvorbehalt des § 5 Abs. 6 EStG und die Regelungen des § 7 EStG gegenüber. Handelsrechtlich ist der planmäßigen AfA die voraussichtliche betriebsindividuelle ND zugrunde zu legen. Die Wahl der AfA-Methode in der HB steht grundsätzlich im Ermessen des Kaufmanns, sofern sie den Werteverzehr angemessen abbildet (vgl. Schubert/Andrejewski/Roscher, in: Beck Bil-Komm. 2014, § 253, Rn. 229, 238 ff.). Insoweit steuerlich zwingende Anordnungen vorliegen, ist die AfA-Dauer ebenso wie die Methode planmäßiger AfA der materiellen Maßgeblichkeit entzogen. Steuerbilanziell ist der planmäßigen AfA zur Erfassung des typisierten Werteverlaufs grundsätzlich die technische ND nach amtlichen AfA-Tabellen zugrunde zu legen, bei Gebäuden die AfA-Dauer nach § 7 Abs. 4 f. EStG (vgl. auch HdR-E, Kap 3, Rn. 147), im Falle des derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts die 15-jährige AfA-Dauer nach § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG (vgl. auch HdR-E, Kap 3, Rn. 150).

 

Rn. 264

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

Soweit bzgl. der planmäßigen AfA steuerliche Wahlrechte bestehen, können diese gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 2. Halbs. EStG unabhängig von der handelsrechtlichen Vorgehensweise ausgeübt werden (vgl. BMF 2010, Rn. 18; Herzig, N./Briesemeister, S. 2009, S. 8; Herzig, N./Briesemeister, S. 2010a, S. 74; Ott, H. 2009, S. 470; Förster, G. 2011, S. 252; Schubert/Adrian, in: Beck Bil-Komm. 2014, § 274, Rn. 172 ff.; Winnefeld, R. 2015, Kap. C, Rn. 597). Dies ist etwa für bewegliche WG des AV der Fall, für die neben einer linearen AfA nach § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG auch eine leistungsabhängige AfA nach § 7 Abs. 1 Satz 6 EStG oder ggf. (bei Anschaffung nach dem 31.12.2008 und vor dem 01.01.2011) eine degressive AfA nach § 7 Abs. 2 EStG zulässig ist. Als Folge handelsrechtlicher nicht mehr nachvollziehbarer steuerlicher Sonder- bzw. erhöhter Abschreibungen etc. kommt es ferner zu abweichenden Bemessungsgrundlagen für die planmäßige AfA.

 

Rn. 265

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

In den Grenzen des § 7 Abs. 3 EStG ist steuerlich über eine freie Methodenwahl i. R.d. steuergesetzl. Vorgaben hinaus ebenso ein Wechsel der AfA-Methode ohne parallelen Wechsel in der HB möglich (vgl. Dörfler, O./Adrian, G. 2009a, S. 393; Herzig, N./Briesemeister, S. 2010, S. 918; Schubert/Adrian, in: Beck Bil-Komm. 2014, § 274, Rn. 177). § 252 Abs. 1 Nr. 6 bewirkt insoweit keine Beschränkung. Der Barwert des steuerlichen Entlastungseffekts der AfA wird ggf. durch einen Wechsel (insbes. von degressiver zu linearer AfA) maximiert. Ein Methodenwechsel kann ggf. auch zur (temporären) Minimierung des AfA-Aufwands steuerliche von Vorteil sein, wenn eine Verlustentstehung oder -erhöhung vermieden und stattdessen AfA-Substrat konserviert werden soll (vgl. Schubert/Adrian, in: Beck Bil-Komm. 2014, § 274, Rn. 177). Während vor BilMoG Methodenwahl ebenso wie Methodenwechsel maßgeblichkeitsdeterminiert in HB und StB einheitlich vorzunehmen waren (vgl. Schmidt, L. 1994, S. 80; Lause, B./Sievers, H. 1990, S. 28 f.), wurde diese Verbindung auch für die Wahl von bzw. den Wechsel zu AfA-Methoden, denen ein Lenkungszweck nicht zugrunde liegt, mit dem BilMoG gekappt (auf Methodenwahlrechte mit wirtschaftspolitischem Lenkungszweck begrenzend Anzinger 2015, § 5 EStG, Rn. 280).

 

Rn. 266-270

Stand: EL 22 – ET: 03/2016

vorläufig frei

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